Folia archeologica 28.
József Korek: Die Ausgrabungstätigkeit des Ungarischen Nationalmuseums im Jahre 1975
AUSGRABUNGSTÄTIGKEIT 217 sehen fast auf allen árpádenzeitlichen Siedlungen des Alföld einander ähnlich aus. Eine neue Erscheinung ist auf dem Fundort Doboz-Hajdúírtás das erste Vorkommen des-aufanderen árpádenzeitlichen Fundorten übrigens überall auffindbaren-frei stehenden Herdes. Zum sorgfältig ausgeschmierten Ofen gehörte auch ein Vorraum und eine Bedienungsgrube. Trotz dessen, daß die Burg und die Burgkirche von Sárospatak gut durchforscht und bekannt sind, wissen wir nur verhältnismäßig wenig über die Bauten der mittelalterlichen Stadt, obwohl die Quellen über sie sehr reiche Anhaltspunkte enthalten. Die Glaubenswut hatz. B. die Franziskanerkirche und das Kloster von Sárospatak derartig zerstört, daß selbst die Reste vom aufgehenden Mauerwerk schon im 17. Jahrhundert unter die F,rde gekommen sind. Der Name der Kirche und des Klosters wird schon 1261 von unseren Urkunden erwähnt und den Objekten fiel eine wichtige Rolle in der Geschichte des Ordens zu. Die unter der LeitungvonK. Dankó im Jahre 1972 begonnene Erforschung der unter die Erde gelangten Ruinen hat unter schweren Forschungsbedingungen auf einem Gelände zwischen den Häusern der Görbe-Gasse Nr. 2-8 das Polygonalchor der Franziskanerkirche bzw. der Kapelle der Klarissen, des Frauenordens der Franziskaner geklärt, wie dies aus dem Vorbericht der Ausgräberin zu entnehmen ist (Arch.Ert. 102.1975.260-272). Die Arbeit richtete sich 1975 auf die Feststellung des Grundrisses des zur Kirche gehörenden Klosters. Auf dem Hof des Hauses unter Kossuth-Gasse Nr. 5, südwestlich von der Kirche, sind Mauerreste des polygonalen Chorabschlusses der Kapelle. Die eingebauten Flächen haben es nicht ermöglicht, die Ausbreitung des Ordenshauses und seinen genauen Grundriß zu erweitern. Die Planung des neuen Museumgebäudes in Visegrád richtete die Forschung auf den Teil des Palastes, der zur Aussteckung der Stelle des neuen Objekts behilflich ist bzw. den Anschluß zu dem zur Zeit im Keller eines Barockgebäudes sichtbaren, ursprünglich zum Königspalast gehörenden Saal erleichtert. Aus diesem Zwecke wurde in dem 1756 erbauten, als herrschaftliches Getreidemagazin dienenden Gebäude in der Fö-Gasse Nr. 25 die Erschließung der Mauern beendet und 1975 die Erforschung der abschließenden Fassade der Donau zu fortgesetzt. Uber die ersten Ergebnisse dieser Arbeiten hat der Ausgräber M. Héjj in unserer Zeitschrift bereits einen Vorbericht gegeben (FA 26.1975.191-197). Im Jahr 1975 bildete das Auffinden des in diesem Abschnitt vermuteten Haupteinganges das Hauptziel der Forschung. Wegen der Bebautheit des Geländes konnte die auf eine sehr kleine Fläche beschränkte Forschung keine sicheren Ergebnisse zeitigen, jedoch haben die vorhandenen architektonischen Teile jene Meinung unterstützt, wonach das Tor in der Nähe zu suchen sei. Hierauf verweisen auch weiterhin die in großer Menge gefundenen Steinreste mit Figuren und Wappen, ein Teil derer zur Zierde der Portalgegend gedient haben dürfte. Die zur Sicherstellung der Zitadelle von Visegrád zusammengestellten Pläne und die begonnenen Ausführungsarbeiten seitens des Landesamtes für Denkmalpflege beanspruchen immer mehr die Klärung des Grundrisses bzw. der Bauperioden. Aus diesem Zwecke hat M. Szőke das im Burghof, an der Innenseite der westlichen Burgmauer liegende Gebäude durchforscht. Das Gebäude wurde im 15. Jahrhundert gebaut, nachdem man die westliche Burgmauer erhöht hat. Den ungeteilten großen Saal hat man entweder als Wirtschaftsgebäude gebraucht, oder es kann auch angenommen werden, daß er zum Quartier