Folia archeologica 28.
Endre Tóth: Korabizánci lámpafüggesztő Brigetioból
146 E. TÓTH senkrechten Kette ist der Haken aus Eisen. Im Falle der von den waagerechten Armen herunterhängenden Ketten und Haken war die eine Kette kürzer als die andere. Das Ende der Querarme zeigt am vorderen und hinteren Teil des flachen Kettenbefestigungsaufsatzes Spuren der Feilenbearbeitung. Die Gebrauchsbestimmung des Gegenstandes ist einwandfrei: der Gegenstand, der Teil eines von der Decke herunterhängenden Lampenhängegliedes gehörte zur Einrichtung einer christlichen Kirche. Auf Grund der Wetzspuren auf den Osen am Ende der Arme läßt sich die ursprüngliche Stellung des Kreuzes, also sein unterer und oberer Teil bestimmen. Die Wetzstelle an den Ösen der senkrechten Arme sind zu weiteren Folgerungen nicht geeignet: am kettenlosen Ende sind keine Wetzspuren wahrnehmbar, am entgegengesetzten Ende des Kreuzes treten bei beiden Aufstellungen die von den herunterhängenden Ketten herrührenden Wetzspuren an derselben Seite ins Auge. Demgegenüber sind die an den waagerechten Armen befindlichen Ösen an ein und derselben Seite abgewetzt. Demnach dürfte das Kreuz derart gehangen haben, daß der längste, senkrechte Arm oben war. Die vom Stück angefertigte Zeichnung und die Fotos stellen den Gegenstand in dementsprechender Lage dar (Abb. 1-2). Die Kette, auf die das Kreuz aufgehängt war, fehlt demnach und nur die herunterhängenden Ketten sind erhalten geblieben. Auf dem senkrechten Arm hängt, von den Messinghaken der waagerechten Arme abweichend, ein eiserner Haken herunter. Dies kann darauf verweisen, daß auf den senkrechten Arm etwas anderes, als auf den waagerechten Armen aufgehängt war. Auf Grund der Christogrammdarstellungen dürften auf den waagerechten Armen die Buchstaben Alpha und Omega gehangen haben, am senkrechten Arm hingegen die Metall-Lampe. Hängen wir den Gegenstand auf und lassen die Ketten frei herunterhängen (Abb. 1 ), so wenden sich die Haken ihrer ursprünglichen Lage entsprechend in eine Richtung. So können wir auch feststellen, welche Seite als Vorderseite des Kreuzes den Gläubigen zugekehrt war. Wie erwähnt, ist die eine Kette und der eine Haken wesentlich länger als die anderen. Zahlreiche Analogien weisen darauf hin, daß im Falle der Christogramme mit Alpha und Omega (an Steindenkmälern) die Länge der die Buchstaben haltenden Ketten in der Mehrheit der Fälle nicht gleich ist: die das Omega haltende Kette ist infolge des niedrigeren Buchstabenkörpers länger. 5 So wurde also auch in unserem Falle das Omega von der längeren Kette getragen und das Alpha hing von der 5 Von den zahlreichen Beispielen sollen hier von den Rcliquienbehältern des 4.-5. Jahrhunderts nur einige erwähnt werden: Bnschbausen, H., Die spätrömischen Metallscrinia und frühchristlichen Reliquiare. (Wien 1971) C. 2. = C. Tafel 4; C. 5. = C. Tafel 7.; B. 12 = B. Tafel 43.; an der Deckplatte des Sarkophags von Boethius, dem Bischof von Carpentras aus dem Ende des 6. Jhs: vgl. Elbern, V. H., Jb. der Berliner Museen 3(1961) 161. Abb. 15.; auf einer durchbrochenen, scheibenförmigen Lampenhängegliedverzierung aus Aquileia vgl. Nagy, L., а. а. O. 143. Abb. 87.; Auf den durchbrochenen Monogrammverzierungen des Paulinus-Sarkophags von Trier; an ravennatischen Sarkophagen verschiedener Zeitalter (4.-7. Jh.): Valenti Zucchini, G.-Bucci, M., 1 sarcofagi a figure e a carattere simbolico. „Corpus" délia scultura paleocristiana bizantina ed altomediovale di Ravenna. (Roma 1968).