Folia archeologica 27.
Endre Tóth: Savaria és környéke IV-IX. századi történeti problémáihoz
98 E. TÓTII 50 u. Z. erfolgten militärischen Besetzung der übrigen Teile der später Pannonién genannten Provinz (Osttransdanubien) 2 5 an der Stelle des früheren Militärlagers mit der Ansiedlung der Veteranen der legio XV Apollinaris eine colonia gebaut. Die neu gegründete Stadt, deren N-S verlaufende Hauptachse die Bernsteinstraße geworden ist, erstreckte sich über eine regelrechte rechteckförmige Fläche mit parallelen und auf diese senkrecht verlaufenden Straßen. Die Südgrenze des Gebietes war wegen den Überschwemmungen des Perint-Baches wäßrig und so zu einer andauernden Ansiedlung als Wohnstätte weniger geeignet. Infolge der späteren städtischen Entwicklung ist die Erweiterung des Stadtgebietes nötig geworden. Dazu kam es zum Teil am rechten Ufer der Perint, zum Teil in den Gebieten südlich der Stadt. Zu diesem Zweck mußte man jedoch in den südlichen Gebieten die Überschwemmungen unterbinden oder wenigstens ihre Auswirkungen eindämmen, was mit der Teilung der Durchlaufmenge der Perint zu erreichen war. In diesem südlichen Gebiet sind zwei römische Inschriften auch mit Angabe des Jahres zum Vorschein gekommen (188 und 208 u. Z., CIL III 4150, AnÉp 1947:30). Die Jahreszahlen bezeichnen vermutlich den Zeitpunkt, wo in diesem Gebiet der Ausbau der Stadt zum Teil oder bereits völlig vollendet war. Den Bau des Kanals müssen wir vor die oben erwähnten Zeitpunkte, spätestens auf das letzte Drittel des 2. Jahrhunderts setzen. Meinerseits halte ich es für unwahrscheinlich, daß der Kanal viel früher als die Mitte des 2. Jahrhunderts erbaut worden wärei Natürlicherweise bedeutet dies nicht, daß im Gebiet früher keine Gebäude gestanden hätten. Zum städtischen Ausbau, zu dem Bau des von der I. römischen Stadtperiode abweichenden, sich an die Bernsteinstraße anpassenden Straßensystems dürfte es jedoch erst nach der Wasserregulierung und der Austrocknung des Gebietes gekommen sein. Ein beruhigendes und endgültiges Urteil können wir jedoch erst nach der Publikation der Ergebnisse der im Bereich des Iseum und des gegenüber liegenden östlichen Heiligtums durchgeführten Ausgrabungen aussprechen. 2® Im 4. Jahrhundert wurde also in Savaria die Perint Sibaris genannt. Den Namen des heutigen künstlichen Gyöngyös-Kanals kennen wir aber nicht. Es ist möglich, daß man ihn einfach Graben oder Kanal nannte. Der antike Name der Bäche war umgekehrt, als heute. Heutzutage wird einheitlich der über Kőszeg in seinem natürlichen Bett fließende Bach und auch das südlich von Gencsapáti vorhandene, östliche, künstliche Bett bis zur Mündung der Raab Gyöngyös genannt. Im Alterum erfolgte die Benennung nicht auf diese Weisen, denn man wußte, daß das östliche Bett südlich der Abzweigung ein künstlicher Kanal ist. Die ursprüngliche ,,Gyöngyös"-Sibaris war also ein in den Alpen entspringender, über Kőszeg fließender und bei Gencsapáti nach Westen abzweigender Bach mit einem natürlichen Bett. Man mußte also diesen Bach sowohl am oberen, wie am mittleren und auch am unteren Lauf mit einem einheitlichen Namen benennen. Der Bach floß in voller Länge durch das Territorium von Savaria. Da man diesen Bach bei Savaria Sibaris nannte (was vielleicht auch eine verstümmelte Form gewesen sein konnte, siehe weiter unten), so hat man auch die übrigen Teile so genannt, worüber auch die Daten aus dem 9. Jahrhundert zeugen. 2 5 Tóth, E-Vékony, G., Acta Arch.Hung. 22(1970) 158, 148.; Tóth, E., ... protulique fines Illyrici ad ripam Danuvii Arh. Vestnik, i.D. 2 e Szentléleky, T., Fil. Közi. 14(1968) 377-,