Folia archeologica 27.

József Korek: Die Ausgrabungstätigkeit des Ungarischen Nationalmuseums im Jahre 1974 - III. Tibor Kemenczei: Früheisenzeitliche Keramikfunde von Nagyberki

204 T. KEMENCZEI Abb. 1. Nagyberki-Szalacska Hügel 3 Keramische Beigaben wurden im allgemeinen als Fragmente in das Grab gelegt. Eine zusammengefallene jedoch sichtbar unversehrt begrabene Urne haben wir nur im fünften und neunten Hügel gefunden. In der westlichen Ecke des ersteren Grabes lagen zwei Urnen wäh­rend der neunte Hügel nur eine solche Urne enthielt. Die Gefäßstücke kamen in den übrigen Hügeln entweder aus der mit Asche und Holzkohle gemischten Erde, d. h. aus den hingebrach­ten Uberresten des Scheiterhaufens zum Vorschein oder waren daneben hingestreut. Dies läßt darauf schließen, daß man auf den Scheiterhaufen Gefäße legte, die man zerbrach und bloß ihre Fragmente ins Grab beigesetzt wurden. Im Laufe der Ausgrabung konnten wir Gefäß­fragmente in mehreren Fällen auch über den Gräbern beobachten. Es ist möglich, daß diese das Andenken eines Totenschmauses oder einer Opferdarbietung bewahren. Zwischen der Zahl der keramischen Funde und der Größe der Hügel besteht kein gera­des Verhältnis. In den kleinsten Hügeln waren zwar wenige Keramikfunde vorhanden, jedoch enthielt der erste größte Hügel auch nicht mehr, als der dritte und der fünfte von mittlerer Größe. In unserem Aufsatz über die Ausgrabung des Jahres 1971 haben wir uns bereits mit dem keramischen Material der ersten zwei Hügel beschäftigt. Da die Restaurierung der Funde der letzten Freilegung noch nicht beendet ist, geben wir über die charakteristischsten Stücke der bei der Ausgrabung des dritten und vierten Hügels zum Vorschein gekommenen keramischen Funde einen Überblick. Im dritten Hügel, dessen Durchmesser 17, 25 m betrug, lagen im 2,25 m tief gelegenen ovalen Grab Gefäßfragmente von beträchtlicher Menge. Aus diesen konnten vier Urnen zu­sammengestellt werden.

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