Folia archeologica 26.
Tibor Kemenczei: Zur Verbreitung der spätbronzezeitlichen Urnenfelderkultur östlich der Dernau
URNENFELDERKULTUR 69 t ren Urnenfelderkultur vor, 7 5 auf deren westlichen Ursprung die rumänischen Forscher bereits hingewiesen haben. Auch die Denkmäler der Metallkunst zeugen über die Beziehungen der in der östlichen und westlichen Hälfte des Karpatenbeckens gelebten Volksgruppen. In Nordungarn, in der Gegend der oberen Theiß und in Transsylvanien haben sich in der Periode Reinecke ВС sehr bedeutende Zentren der Bronzekunst ausgebildet. Die Mehrheit ihrer Produkte sind örtliche Typen mittelbronzezeitlichen Ursprunges. 7 0 In größerer Zahl gelangten diese Bronzegegenstände westlichen Ursprunges erst am Ende der Periode Reinecke BD in diese Gebiete. Einer der Vermittler dieser dürfte das Volk der auf das Alföld eingedrungenen CsekeGruppe der frühe Urnenfelderkultur gewesen sein. Am Ende der Periode Reinecke BD gerieten in der östlichen Hälfte des Karpatenbeckens in großer Menge Bronzegegenstände unter die Erde (Schatzfunde von Typ Rimaszombat, Opályi und Uriu). Die Ursachen der Verbergung dieser konnten Volksbewegungen gewesen sein, infolge derer sich neue Kulturen entfaltet haben. Zu Beginn der Periode Plallstatt A fertigten die Bronzekunstzentren des einstigen Oberungarns, der Theißgegend und von Transsylvanien Gegenstände westlichen Typs schon in grosser Zahl. Charakter und Richtung der Beziehungen wurden zu dieser Zeit von den Expansionsbestrebungen des Volkes der Urnenfelderkultur bestimmt. Das Volk der Csorva-Gruppe hat im südlichen Teil des Alföld auch einen Teil des Gebietes zwischen den Flüssen Maros und Körös in Besitz genommen. In der Mitte der Periode Flallstatt A veränderte sich die Lage und das Volk der Gáva-Kultur hat auch den südlichen Teil des Gebietes jenseits der Theiß in Besitz genommen (Urnengräber von Szöreg). 7 7 Zu dieser Z'eit haben sich in der Theißgegend jene großen Bronzewerkstätten ausgebildet, deren Produkte (Kessel von Typ Hajdúböszörmény, Situlen, Helme) 7 8 auch nach dem Westen gelangt sind. Zur gleichen Zeit begannen die Werkstätten Oberungarns, der Theißgegend und Transsylvaniens neuere Gegenstände westlichen Typs herzustellen (Schalen von Typ Kirkendrup, und Fuchsstadt, Schwerter mit Schalenkrauf). 7' J Die Periode Hallstatt Аг-Вг charakterisiert also daß an der Theiß zwischen zweigroßen Kulturkreisen das Gleichgewicht zustande gekommen ist, was die Entfaltung regelmäßiger, ständiger Handelsbeziehungen ermöglicht hat. In Nordungarn war die Lage ähnlich, obwohl dort nach Bezeugung des Fundmaterials die W'irkung des Volkes der Urnenfelderkultur stärker zur Geltung gekommen ist. 7 5 Horedt, K., Hallstattische . . . 530., Abb. 3—4.; Ders., Einflüsse . . . 47., Abb. 2.; Soroсеапи, T., Die bronzezeitlichen Funde von Obreja. ActaMN 10(1973) 512., Taf. VIII. 7,9.' 7 0 Kemencééi, T., HOMÉ 5(1965) 105—133.; Mo^solics, A., Bronze- und Goldfunde . . . 105.-; Kusu, M., Die Verbreitung der Bronzehorte in Transsylvanien vom Ende der Bronzezeit bis in die mittlere Hallstattzeit. Dacia 7(1963) 177. 7 7 Pár duc M., Dolg. 16(1940) Taf. XII.; Foltiny, I., Dolg. 17(1941) Taf. XXIII. 11 Taf. XXIV. 30. 7 8 Merhart, G. v., Studien über einige Gattungen von Bronzegefäßen. Festschrift des RGZ im Mainz. II. (Mainz 1952) 4.-; Patay, P., Acta Arch.Hung. 21(1969) 180, 186, 193.; Hencken. H., Earliest European helmets. (Cambridge Mass. 1971) 42., Abb. 20. 7 9 Kusu, M., a.a.O. 192.; Miiller-Karpe, H., Die Vollgriffschwerter der Urnenfelderzeit aus Bayern. (München 1961) 88.; Thrane, H., Dänische Funde fremder Bronzegefäße der jüngeren Bronzezeit. ActaA 36(1965) 162, 184.