Folia archeologica 25.

Pavel J. Michna: Archäologische Nachweise der mährisch-ungarischen Beziehungen im 15. Jahrhundert

180 P. J. MICHNA Abb. 1. auch die Anfänge der Buchdruckerkunst in Mähren verbunden. 1 Bei diplomati­schen Missionen nach Siebenbürgen und Italien konnte er sich wahrscheinlich von den Vorteilen des Buchdrucks im Dienste der kirchlichen Organisation überzeugen; er lud im Jahre I486 zwei Buchdrucker aus Venedig, Konrad Stahel und Matthias Preinlein ein, die sich — vielleicht infolge verwandtschaftlicher Beziehungen — in Brünn niederließen. Manches spricht auch für Stahels persönliche Beziehungen zu Ungarn. Die meisten Aufträge erhielt ihre Werkstatt vom Olmützer Domkapitel, das auch die Aufsicht über diese älteste mährische Druckerei geführt hatte. Zu den Brünner Erstdrucken gehört das vom ungarischen Historiker Johann Thuröczi verfaßte Werk „Chronicon rerum Hungáriáé". Die Chronik ist dem König Matthias Corvinus gewidmet; ihr Verleger war der Budaer Buchhändler Theo­baldus Fehér. Gedruckt wurde sie in Brünn am 20. März 1488. Ein weiterer Erstdruck der Brünner Werkstätte ist das mit dem 21. November 1491 datierte „Missale Strigoniense". Auch dieses Graner Missal stammt von Stahel und Prein­lein. Die Tätigkeit der Brünner Buchdruckerei endet im Jahr 1499, als Preinlein nach Stahels Tod nach Olmütz ging. 1 Flodrová, M., К pocátkum knihtisku v Brne. Brno v minulosti a dnes 6(1964) 159—167.

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