Folia archeologica 25.

Edit B. Thomas: Martyres Pannoniae

MARTYRES PANNONIAE EDIT В. THOMAS Die Märtyrerakten haben unzählige Namen und Geschichten von Glaubens­bekennern für die Nachwelt bewahrt. Noch zahlreicher dürften jedoch diejenigen einfachen, unbekannten, gläubigen Christen gewesen sein, die für ihren Glauben über sich Verfolgungen ergehen lassen mußten, jedoch deren Namen nicht auf­gezeichnet wurde. Ihr Glaubensbekenntnis bleibt solange verborgen, bis wir uns von ihrer Geschichte durch einen glücklichen Zufall nicht Kenntnis verschaffen. Die Geschichte eines solchen, fast vor unseren Augen, ungefähr vor 1700 Jahren sich abgespielten Martyriums soll im folgenden bekanntgegeben werden. An unserer sich mit den symbolischen und figürlichen Ziegelritzzeichnungen pannonisch-christlicher Beziehung, mit ihrer Einsammlung und Veröffentlichung befassenden Monographie wird bereits seit Jahren gearbeitet. 1 In der nahen Ver­gangenheit stießen wir auf einige Ziegel mit Inschriften, deren Inhalt unser über das Frühchristentum bisher gewonnenes Bild noch vollkommener gestaltet, — und auf diese Weise scheint es notwendig und nützlich zu sein, wenn auch diese in das erwähnte Sammelwerk aufgenommen werden. — Vorausgeschickt soll von diesen hier ein solcher Ziegel besprochen werden. Von den erwähnten inschriftlichen Ziegeln wurde ein besonders beacht­liches Exemplar noch von F. Römer für das Ungarische Nationalmuseum- ein­gesammelt und an der Sitzung vom 27. November 1865 vor der Ungarischen Akademie der Wissenschaften folgenderweise bekanntgegeben; „U 7er es weiß, was es heutzutage bedeutet , so viele inschriftliche Steine auf einmal an einer Stelle finden , der kann sich die von mir empfundene, innerliche Freude, als ich die Inschriften abgeschrieben habe, vorstellen. Aber eine noch größere Überraschung, als diese erwartete meiner, als kur^ vor meiner Abreise ein frommer Sucher von heidnischen Münzen, namens Mondók ein aus dem letzten Hause des Ortes stammendes, gebrochenes Ziegelstück mir in den Wagen legte, auf dem in fünf Reihen eine Schrift lesen war. Die Ziegel mit Inschriften gehören den archäologischen Seltenheiten; auf meinem Besit% stand mit ge­1 Das Werk bezüglich der Ergebnisse dieser Arbeit steht vor seinem Abschluß. 2 Romer, F., AK 6(1866) 157. 10*

Next

/
Thumbnails
Contents