Folia archeologica 23.

László Barkóczi: Spätrömische Glasbecher mit aufgelegten Nuppen aus Pannonien

7° L. BARKÓCZI keinem bekannt sind, kann dennoch so viel festgestellt werden, daß sie aus dem sich an der Ostmauer des Lagers dahinziehenden ältesten Gräberfeld zum Vor­schein gekommen sind. 4 3 Von hier stammen auch jene kannelierten Glasflaschen, 44 die mit den Stücken ähnlichen Charakters aus dem Gräberfeld von Csákvár in en­ger Beziehung stehen. Schon aufgrund dieser können wir feststellen, daß das Gräberfeld mit dem von Csákvár gleichaltrig ist und bis in das erste Jahrzehnt des 5. Jahrhunderts hineinreicht. In Pilismarót kamen aus Grab Nr. 27 des einen späten Gräberfeldabschnittes zwei Fragmente eines ähnlichen moosgrünen Bechers zum Vorschein. Seine Ver­zierung bestand wahrscheinlich aus 2x1 größeren und 2x3 kleineren gruppen­weise aufgelegten Nuppen (Kat. 40). In diesem kleinen Gräberfeld ist die späteste Münze eine zwischen 367 und 375 geprägte Kleinbronze des Valentinianus. Das Fundmaterial zeigt jedoch weiter über diesen Zeitpunkt hinaus. Das Glasmaterial des Gräberfeldes ist mit den Gläsern von Csákvár verwandt, jedoch auch der Krug mit Kragenrand zeigt auf die Gleichzeitigkeit mit dem Gräberfeld von Csákvár. 45 Das kleine Gräberfeld von Pilismarót entstand jedenfalls in den ersten zwei, even­tuell drei Jahrzehnten des 5. Jahrhunderts. Vom Limes sind uns noch aus Aquincum ohne jeden näheren Fundumstand zwei Becher bekannt 4 6 (Kat. 41., Abb. 6:6; Kat. 42., Abb. 6:j). Beide Exem­plare haben eine dunklere moosgrüne Farbe, an dem einen sind 2x1 größere und 2X4 kleinere Nuppen sichtbar, auf dem anderen befinden sich mit anderer Tech­nik angebrachte 2X1 größere und 2X5 kleinere Verzierungen mit blauer Nup­penauflage. Bei den mit ringsumlaufenden Nuppenverzierungen versehenen Stücken haben wir bereits auf die östlichen Parallelen hingewiesen. Im Zusammenhang mit den letzteren müssen wir außer den bereits angeführten Analogien noch die Stücke der Schwarzmeergegend erwähnen. 4 7 In großer Menge kamen von diesem Charakter Becher und ihre Fragmente in Pantikapaion und auf der Taman-Halbinsel zum Vorschein, wo aller Wahrscheinlichkeit nach diese Typen auch hergestellt worden sind. Es sind uns jedoch solche Stücke auch aus Persien bekannt. 4 8 In der Umgebung von Pannonién kennen wir solche Stücke in verhältnis­mäßig großer Zahl in Norditalien, so in Torino, Aquileia 4 9 sowie mehrere Stücke aus Trento im Museum von Innsbruck. 5 0 Im Westen kommen sie nur fallweise und zerstreut vor. 5 1 4 3 Vgl. Inventarbuch der Kállay-Sammlung. Tata, Kuny Domokos Múzeum. 4 4 Barkóczi, L., FA 19(1968) Abb. 37:1. « Ders., FA 12(1960) Abb. 33:15 und Taf. XXVI: 1. 4 6 Für die sich auf die Stücke von Sopron beziehenden Daten und die Photographien dan­ke ich Klára Póczy. 4 7 Sorokina, N.. Das antike Glas der Nordschwarzmeerküste. Annales du 4 e Congrès International d'Etude Historique du Verre. Ravenne-Venise, 13-20 mai 1967. (Liège 1967) 79. 4 8 Victoria and Albert Museum. С. 70-1967. Auf das Stück hat meine Aufmerksamkeit Sándor Soproni gelenkt. 4» Ca/vi, M. С., I. vetri romani del Musei di Aquileia. Pubblicazioni dell'Associazione Nazionale per Aquileia. 7. (Aquileia 1968) Taf. 26:4-5. 5 0 Die Beschreibung der Stücke habe ich mit genauen Daten von Rudolf Noll bekommen, wofür ich ihn auch an dieser Stelle Dank schulde. 61 U.a. könnte angeführt werd en Haberey, W., Spätantike Gläser aus Gräbern von Mayen. BJ 147(1942) 282., Abb. 23 :a.

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