Folia archeologica 23.
László Barkóczi: Spätrömische Glasbecher mit aufgelegten Nuppen aus Pannonien
7° L. BARKÓCZI Eine umlaufende dichte Nuppenreihe kann auf einem Becher von Brigetio wahrgenommen werden (Kat. 23., Abb. j :i), der an der Ostseite des Legionslagers aus einem aus Steinplatten zusammengestellten Grabe zum Vorschein gekommen ist. Dieses Grab und die damit im Zusammenhang stehenden Gräberfeldabschnitte reichen - wie wir bereits früher erörtert haben - in das 5. Jahrhundert hinüber. Ein ähnlicher, moosgrüner Becher ist mit einiger Variation seiner Form in Sopron ans Tageslicht gekommen (Kat. 24., Abb. j :2), doch sind seine Fundumstände unbekannt. Ebenfalls aus Sopron stammt ein gelblichmoosgrünes Fragment (Kat. 25., Abb. /.-4). Eine gelblichgrüne Farbe hat der in Südpannonien gefundene Becher mit in einer Reihe umlaufenden Nuppen, 3 1 jedoch ist er bereits eine breitere, gedrücktere Form. Die Nuppenreihe ist nicht so dicht, an einem hellmoosgrünen Becher von Sopron sind insgesamt vier größere zu finden (Kat. 27., Abb. j:6). In der Nachbarschaft von Pannonién östlich der Donau kam in „Barbaricum" in Tápé-Malajdok ein dem Becher von Brigetio ähnliches Exemplar zum Vorschein (Kat. 26., Abb. j :j). Das Gräberfeld setzt der Beschreibet aufgrund der in den Gräbern vorkommenden, mit eingebogenen Füssen versehenen Eisenfibeln, weitmündigen Krügen, kannelierten Gefäßen und der die obere Grenze bezeichnenden kleinen Blechfibeln zwischen 350 und 430. Der Becher ist aller Wahrscheinlichkeit nach aus Pannonién am Ende des 4. oder zu Beginn der 5. Jahrhunderts in das Barbaricum gelangt. Eine gute Parallele zu diesen Bechern bilden die Becher der Diergart-Sammlung östlicher Herkunft, 3 2 das im Museum von Liège aufbewahrte, jedoch aus dem Osten stammende Stück, 3 3 das auf das 4-5. Jahrhundert gesetzt wird. Eine gleichfalls gute Analogie sind der Becher von Torino 3 4 und die beiden aus dem Osten (Südrußland) stammenden Stücke des Kölner Museums. 3 5 Von den mit zwei großen und mit zwei gruppenweise angewandten 2-3 oder mehreren Nuppen verzierten Bechern müssen wir an erster Stelle das aus Grab Nr. 25 des Gräberfeldes von Csákvár zum Vorschein gekommene hellere moosgrüne Exemplar mit 2X1 größeren und 2X3 kleineren Nuppenverzierungen erwähnen (Kat. 28., Abb. 7:3). Im sonstigen Fundmaterial des Gräberfeldes sind solche Gegenstände zu finden (Oktaederanhänger, eingeglättete Krüge), die mit der Schwarzmeergegend eine Verbindung zeigen. Im Gräberfeld von Csákvár begannen die Bestattungen in dem letzten Jahrzehnt des 4. Jahrhunderts und hielten bis in die 2о~зоег Jahre des 5. Jahrhunderts an. Der Becher ist ein breiterer Typ, dem das Exemplar von Siscia ähnelt. 3 6 Aus dem Inneren der Provinz kamen mehrere Stücke in Sopron zum Vorschein. Der im Grab der Balfi-Gasse gefundene moosgrüne Becher (Kat. 29., Abb. 7 :4) mit ähnlicher Verzierung wie der von Csákvár, kann aufgrund der 3 1 Fo.: Mali Pozari (Virovitica) c. Zagreb. Auf das Stück hat meine Aufmerksamkeit Valerija Damerski gelenkt. 3 2 Fremerdorf, Taf. 112. 3 3 Trois millénaires . . . Nr. 53. 65 3 4 Carducci , С., Arte romana in Piemonte. (Torino 1968) Abb. 77a. 3 5 Fremersdorf, Taf. no. 3 6 Fo.: Siscia. c. Zagreb. Auf das Stück hat meine Aufmerksamkeit Valerija Damerski gelenkt.