Folia archeologica 23.
László Barkóczi: Spätrömische Glasbecher mit aufgelegten Nuppen aus Pannonien
7° L. BARKÓCZI Gruppe II Die zweite Gruppe der Becher mit blauer Auflage steht mit den Gläsern der ersten Gruppe, genauer genommen mit den zum Typ ,,a" gezählten Stücken in enger Verbindung. Die Erscheinungsformen der zu der zweiten Gruppe gereihten Becher bildet eigentlich einen Typ, zwischen den einzelnen Stücken können keine wesentlich abweichenden Unterschiede beobachtet werden. Natürlicherweise läßt sich die Möglichkeit dessen, daß im Laufe der weiteren Forschungen auch neuere Typenvarianten zum Vorschein kommen können, nicht ausschließen. Das Charakteristikum dieser Becher ist die dünnwandige Eiform mit geschweifter Wand, sie unterscheiden sich nicht nur durch das Material, die Farbe und zum Teil durch die Form des Glases von den Stücken der ersten Gruppe, sondern kommen in grundlegend anderen Fundkomplexen, mit anderen Begleitfunden zusammen zum Vorschein. Unseren heutigen Kenntnissen nach sind die Becher der beiden Gruppen nie in ein und demselben Gräberfeld zu finden. Die Verzierung ist auch bei diesen Bechern entweder die umlaufende Nuppenreihe oder eine Kombination von einzelstehenden und gruppierten Nuppen. Das umlaufende, eingeschliffene Band ist wegen des dünnen Glasmaterials gerade nur angedeutet. Ihre seltener vorkommenden Farbtöne sind weißlichgrün, hellgrün, allgemeiner können die hell- oder dunkelmoosgrünen Becher angetroffen werden. In weißlichgrüner Farbe mit dunkelblauen Nuppen ist ein Becherfragment aus Intercisa bekannt (Kat. 18., Abb. 8 :/). Ein ähnlicher, weißlichgrüner Rand und ein grünes Fragment mit drei gruppenweise angebrachten Nuppenverzierungen (Kat. 19., 20) sowie ein größeres hellgrünes Randfragment mit einer kleinen, blauen Nuppe (Kat. 21) ist aus Sopron bekannt. Weißlichgrün ist der Becher von Regöly mit einer aus 2 X 1 und 2x3 Nuppen bestehenden Verzierung von dunklerer blauer Färbung (Kat. 22., Abb. y:i). Dieses über gute Fundumstände verfügende Stück zeigt bereits die von der ersten Gruppe abweichenden anderen Umstände des Vorkommens. Im reichen Frauengrab war dies der einzige römische Fund. Die Goldschmuckstücke, die mit Halbedelsteinen verzierten Fibeln gotischen Charakters zeigen eine Verbindung mit der Schwarzmeergegend. Der Beschreiber datierte das Grab auf die Zeiten um das erste Viertel des 5. Jahrhunderts. Dem Becher von Regöly ähnliches, man könnte sagen, mit diesem fast gleiches Stück habe ich an der Syrischen Ausstellung im Louvre gesehen. Die zwei Stücke stimmen sogar in der Farbe überein. Eng daran knüpft sich auch der Becher der Khanenko-Sammlung. 3 0 Den Großteil der Becher bilden - wie erwähnt - die helleren und dunkleren sowie die gelblichmoosgrünen Becher. Im wesentlichen sind sie alle mit breiteren, schmaleren, mehr oder weniger auslandenden Randvarianten zu dem gleichen Typ zu rechnen und auch die Unterbringung der blauen Auflage als Verzierung bedeutet keinen Unterschied. Auf dem größten Teil der Stücke können die ein oder mehrere, blaß umlaufende eingeschliffene Bänder beobachtet werden. so Coll. Khanenko. Pl. XXXV. 1261.