Folia archeologica 23.
László Barkóczi: Spätrömische Glasbecher mit aufgelegten Nuppen aus Pannonien
7° L. BARKÓCZI ren, den 2X3 bzw. 2x6 kleineren, gruppenweise untergebrachten Nuppen aus blauem Glas. Die über sichere Fundumstände verfügenden Stücke erscheinen in geschlossenen Gräberfeldern, deren erste Belegzeit das Zeitalter von Constantinus I. oder Constantinus II. ist. Diese Periode der Gräberfelder dauerte unserer heutigen Feststellungen nach zumindest bis 380 und dieser Zeitraum bedeutete die Blütezeit Pannoniens im 4. Jahrhundert. 2 Unseren bisherigen Funden nach können drei bestimmbare Typen in diese Gruppe eingereiht werden : a) kleine und große Varianten halbeiförmiger Becher, b) konische Becher, c) Blütenkelch nachahmende Becher. a) Innerhalb des Typs der halbeiförmigen Becher sind die kleinen und großen Varianten gleichfalls anzutreffen. Angesichts der Form, der Verzierung und der Fundkomplexe können kaum welche Unterschiede beobachtet werden, so ist das Auseinanderhalten der einzelnen Stücke unbegründet. Was zwischen den Bechern eine Trennlinie zieht, ist daß ein Teil ihrer gut bearbeitet und schön ausgeführt, der andere hingegen, der aus einem anderen Material und auch anders gefärbt hergestellt wurde, weniger sorgfältig bearbeitet ist, ihre Verzierung besteht bloß aus einreihig umlaufenden Nuppen, die oft zeiemlich unregelmäßig angeordnet sind. Zu den gut ausgeführten Stücken gehört der aus dem Gräberfeld von Ságvár zum Vorschein gekommene Becher (Kat. 1., Abb. 1:2) und das von einem unbekannten Fundort stammende Stück des Ungarischen Nationalmuseums (Kat. 3., Abb. 1:1). Beide Becher sind grünlichweiß, unter dem Rand und noch weiter unten läuft ein tiefes eingeschliffenes Band ringsum, unter welchem 2 x 1 größere und 2x6 kleinere, blaue Nuppen gruppenartig untergebracht sind. Sie können als von einer gleichen Stelle stammende Stücke bezeichnet werden. Wahrscheinlich sind die aus dem Bereich des Gräberfeldes von Ságvár als Streufunde zum Vorschein gekommenen (Kat. 2) zwei Fragmente und ein größeres Fragment aus Brigetio (Kat. 4) Reste eines solchen Bechers. Der Becher von Ságvár stammt als alleinige Beigabe aus Grab Nr. 187. In Anbetracht des Münzenmaterials der umliegenden Gräber hat die Beschreiberin A. Sz. Burger des Fundes den Becher auf die Zeitspanne zwischen 351 und 354 gesetzt. Betrachten wir die Parallelen ganz strikt, so können wir unseren heutigen Kenntnissen nach zwar ein einziges größeres, als identisch zu bezeichnendes Stück anführen. Der Fundort dieses Stückes ist Saida 3 (Phönizien). Eine gute Parallele stellen noch zwei Stücke des Metropolitan Museum (New York) von unbekanntem Fundort dar, von denen das eine einen Bodenring hat. 4 Im wesentlichen sind sie ähnlich bzw. stehen den pannonischen Stücken sehr nahe. Im Typ und in der Ausführung stimmen der Becher von Ljubljana 5 (Abb. 1 '.4) und der des Ungarischen Nationalmuseums unbekannten Fundortes (Kat. 5., 2 Barkóczi, L.-Salamon, A., Arch. Ért. 95(1968) 38 ff. 3 Fremersdorf, F., Die römischen Gläser mit aufgelegten Nuppen. Die Denkmäler der römischen Köln. 7. (Köln 1962) Taf. 101. (Im weiteren: Fremersdorf) 4 Ebd. Taf. 99, 100. s Ebd. Taf. 98.