Folia archeologica 23.

Endre Tóth: Figürlich verzierte Loculus-Platte aus Savaria

64 E. TÓTH Abb. I. unteren Teil sind Mörtelspuren wahrzunehmen, die darauf hinweisen könnten, daß die bereits fragmentierten Stücke irgendwo eingemauert wurden. Am unteren Teil der Vorderplatte ist das Fragment der eingemeißelten Inschrift: . . . NVSVLP ... zu lesen. Der erste lesbare Buchstabe ist N oder V; mit voller Sicherheit können wir es nicht bestimmen, da das obere Ende der äußersten, schrägen Hasta des zur Zeit beobachtbaren ersten Buchstabens fehlt und so kann es nicht entschieden werden, ob sich diesem noch eine senkrechte Hasta angeschlossen hat. Im letzteren Fall wäre der erste Buchstabe ein N und dies ist auch das Wahrscheinlichste, da die vorhandene zweite Hasta völlig senkrecht ver­läuft; bei einem V müßte man nämlich zumindest mit einer kleineren Schräg­stellung rechnen. Der fünfte Buchstabe entgegen dem CIL (der die falsche Lesung von Bitnitz übernommen hat) ist zweifelsohne ein L. Dies ist der einzige charak­teristischere Buchstabe der Inschrift: die untere Hasta wurde nicht waagerecht, sondern in einem etwa 35°igen Winkel nach oben gerichtet ausgemeißelt, jedoch blieb davon bloß sein Anfang erhalten. Das Fragment läßt sich auf verschiedene Art und Weise ergänzen: es ist unwahrscheinlich, daß die Buchstaben zu einem

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