Folia archeologica 23.
H. Kolba Judit: Huszár Péter ötvösmester
DER GOLDSCHMIED PÉTER HUSZÁR In 1969 hat das Ungarische Nationalmuseum - zusammen mit mehreren Silberschmiedarbeiten - einen Becher mit unbekanntem Meisterzeichen käuflich erworben. Nach einer längeren Nachforschung gelang es, das noch nicht publizierte Zeichen als solches des Gold- und Silberschmiedes Péter Huszár zu Kolozsvár (Cluj, Klausenburg) zu identifizieren, der zwischen den Jahren 1638 und 1685 öfters in den Zunftbüchern erwähnt wird. Der silbervergoldete Becher (Inv. Nr. 69.9.C) ist mit dem sog. „Cápa"(Haifisch)-Muster versehen (Abb. 2). Die Punktreihen wurden vom Meister mit einer breitspitzigen Punze in den, innen mit Teer überzogenen Mantel des Bechers eingeschlagen, sodaß die Spuren der Punzierung auch von der Innenseite sichtbar wurden. Am 10,8 cm hohen Eecher ist ein Doppelwappen, umgeben von einem Lorbeerkranz, zu sehen (Abb. j), das oben einen Vogel mit krummem Schnabel auf einem Ast sitzend, unten einen auf einem Delphin reitenden Mann darstellt. Das Wappen ist trotz den Monogrammen (L-Sz, Á-M) und der Jahreszahl (1656) nicht zu enträtseln. Der Becher befand sich in der Sammlung der Familie Radvánszky zu Sajókaza und wurde anläßlich der großen Silberschmiedausstellung von 1884 ausgestellt. Eine andere Arbeit des Meisters Péter Huszár, die sich gleichfalls im Ungarischen Nationalmuseum befindet, ist ein Deckelhumpen (Abb. 4), dessen glatte, vergoldete Fläche von einigen horizontalen Rippen verziert ist. Leider hat man im Geschmack des frühen neunzehnten Jahrhunderts neue Blumenkränze, weiters in den Deckel das Bildnis von István Báthory, Fürsten von Siebenbürgen, mit kleinen Stichen eingepunzt, was in krassem Gegensatz zum Stil des Humpens steht. In der Innenseite des Deckels ist das originale, schön gemeißelte BáthoryWappen (Abb. j) mit den Drachenzähnen und eine Inschrift, die sich auf Zsófia Báthory bezieht, zu sehen. Im Boden des Humpens befindet sich die charakteristische, mit einem Pfeil durchstochene Buchstabe ,,H" — das Meisterzeichen Péter Huszárs. Dasselbe Zeichen mag ein FußL^cher aufgewiesen haben, der gleichfalls im Katalog der Ausstellung von 1884 veröffentlicht wurde. Die Zeichnung des Bechers (Abb. 6) zeigt drei pharische Münzen von Engelsköpfen und Kartuschen umgeben. Das Original dieses Bechers ist leider verschollen, nur eine authentische Kopie, in 1908 verfertigt, wird im Museum der Angewandten Künste aufbewahrt. Die Zeichnung des Meisterzeichens im Katalog ist mit jenem von Huszár identisch. Kőszeghy wollte Péter Huszár in die erweiterte Ausgabe seines Markenbuches aufnehmen. In seinem Manuskript ist noch ein Deckelhumpen erwähnt, einst im Besitz der reformierten Gemeinde von Kolozsvár (Cluj-Klausenburg),