Folia archeologica 23.
Ilona L. Kovrig: Hunnischer Kessel aus der Umgebung von Várpalota
I 20 I. L. KOVRIG dringens der Hunnen und ihren Aufenthalt Kessel- und andere Funde bestätigen, haben sie sich kaum 50 Jahre aufgehalten. 6 4 Der in der Umgebung von Várpalota gefundene Kessel kam von einem solchen Gelände zum Vorschein, wo römische Siedlungsspuren bekannt sind. 65 Das Exemplar von Kaposvölgy (genauer Kurdcsibrák, bei der heutigen Bahnstation von Kurd) wurde an der Römertsraße, der vermutlichen Heerstraße 6 6 gefunden. 6 7 Das in Intercisa, am Limes der Provinz Valeria zum Vorschein gekommene Kesselfragment wurde innerhalb des Lagers in einem Gebäude gefunden, wo in einem anderen Raum brandbeschädigte spätrömische Helme lagen (das Kesselwandfragment zeigt hingegen keine Feuerspuren); genauere Fundumstände (stratigraphische Lage) sind unbekannt. 6 8 So können wir nicht beurteilen, ob die Situation die gleiche war, wie im Falle der Fragmente von Celei-Sucidava. Diese letzteren wurden in der Zitadelle unter einer Zerstörungsschicht gefunden, die mit den Ereignissen von 447 Verbindung gebracht werden kann. Man deutet den Kessel von Celei als Kriegsbeute oder als von hunnischen Söldnern mitgebrachtes Gefäß. Ihre Fragmente wurden dann als Rohmaterial zur Einschmelzung gelagert. 6 9 Wenn wir von der Annahme ausgehen, daß den hunnischen Foederati in Valeria und Pannónia prima Siedlungsplätze zugewiesen wurden, in Anbetracht dessen, daß beide Provinzen reich an barbarischen Funden der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts sind und archäologisch bessere Beweise für die Niederlassung von gotisch-alainisch-hunnischen foederati zur Verfügung stehen, kann man annehmen, daß die westungarischen Kessel diesen hunnischen foederati zugeschrieben werden können. Wenn dies zutreffend wäre, müßten wir mit Kesselfunden bereits am Ende des 4. Jahrhunderts rechnen, wozu kein Grund vorhanden ist. Die ornamentale Ähnlichkeit des Kessels von Törtei - den man nur mit der Besetzung der Ungarischen Tiefebene durch die Hunnen in Verbindung bringen kann - mit jenen von Kapos-völgy und Várpalota, ferner die Metallzusammensetzung dieser Stücke läßt die Folgerung zu, daß die in Pannonién gefundenen Kessel nicht Denkmäler der hunnischen foederati vom Ende des 4. Jahrhunderts sind, sondern aus der Zeit der hunnischen Herrschaft - nach der Besetzung der ungarischen Tiefebene (Alföld) zur Zeit der Regierung von Attila - stammen, als der Großteil der pannonischen Provinzen bereits in die hunnische Machtsphäre 6 4 Die in Rumänien (Moldau, Muntenien) neuerdings zum Vorschein gekommenen Funde zeigen prägnant die Anwesenheit der hunnischen Führerschicht : Ftorescu, A., Diadema is solotoi plastinki epochi pereselenija narodow, Naidennaja w Buhaeni. Dacia 4(1960) 561-567.; Dumitrescu, V., О noua marturie a pretentei hunilor in Nuntenia, fragmentul de diadema de aur de la Dulceanca. SCIV 12(1961) 55-63.; Dragomir, L. T., Découvertes hunniques de Balteni, au Nord-Est de la Plain-Roumaine. SCIV 17(1966) 181—188. ; Tichanoiva, M. A.-Tscbernjako)v,I. T., a.a.O. 125 f. e 5 Vgl. Magyarország Régészeti Topográfiája 2. 163F., 220. se TIR 134: Budapest. (Bp. 1968) 6' Über die Rolle der Straßen im Zusammenhang mit den Kesseln und ihre Datierung, ferner die Aufgab Pannoniens s. Nagy, T., Budapest régészeti emlékei. Budapest műemlékei II. (Bp. 1962) 66 f. 6 8 Barkóczi, T., Lager und Wohnsiedlung. Intercisa I. AH 33. (Bp. 1954) 19. 69 Tudor, D., Sucidava III. Dacia 11-12(1945-47) 187 f.; Ders., Sucidava, une sité daco-romaine et byzantine en Dacie. (Bruxelles 1965) 86.