Folia archeologica 20.

László Barkóczi: Merkurflaschen mit Bodenstempel im Ungarischen Nationalmuseum

48 L. BARKÓCZI Abb. I. Ornai (Belgien) stammenden Merkurflasche eine enge Verbindung. 2 Das Exemp­lar von Brigetio ist zwar etwas deformierter und zwischen den beiden Stücken besteht auch ein geringer Maßunterschied, jedoch sind am Boden beider ähnliche Stempel wahrzunehmen, in der Mitte steht Merkur mit nicht genau erkennbaren Attributen, in den vier Ecken befinden sich die Buchstaben GFHI (Abb. 1/2). Die Gestalt, die Anbringungsweise und Mangelhaftigkeit der Buchstaben, sowie das ungleichmäßig gekerbte Feld kann beiden Stücken trotz der geringen Abwei­chung der Maße fast für identisch betrachtet werden. Es besteht eine große Wahr­scheinlichkeit dafür, daß die beiden Stücke, wenn auch nicht aus dem gleichen Vorbild, so doch in ein und derselben Werkstätte hergestellt worden sind. Derselbe Stempel ist übrigens auch auf einer Kölner Flasche 3 anzutreffen. Ein Merkurstempel anderen Typs, der zugleich in diesem Kreise am schön­sten und besten ausgearbeitet ist, stammt ebenfalls aus Köln. 4 Merkur erscheint hier en face, mit hell erkennbaren Attributen, in den vier Ecken sind die Buchsta­ben CMHR zu lesen. Die Form des Exemplars Nr. 2 sticht von den üblichen Merkurflaschen ab. Der Korpus verengt sich unten nicht, wie bei den übrigen, im allgemeinen geb­rauchten Typen. Die Schulter ist kanneliert, folgedessen der Hals etwas geschweift. Der Typ ist in Pannonién ebenfalls einzelstehend und sein Bodenstempel: der Trisceles, mit dem bartigen Männerkopf nicht nur aus Pannonién, sondern auch aus anderen Provinzen bekannt (Abb. 2/1). Die Flasche läßt sich der Form nach am ehesten mit einem aus Tongeren 5 2 1S anderhoeven, M., Verres romains (I c r—III e siècles) des Musées Curtius et du verre à Liège. (Liège 1961) No 114. 3 Vgl. Isings, С., Roman Glass from Dated Finds. (Groningen-Djakarta 1957) 101. 4 Ebd. 5 Vanderhoeven, M., De romeinse glasverzameling in het Provinciaal Gallo-Romeins Museum. Publicaties van het Provinciaal Gallo-Romeins Museum Tongeren 2. (Tongeren 1962) No 138.

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