Folia archeologica 20.

Edith B. Thomas: Römischer Legionarsdolch von Dunaföldvár

4° E.B. THOMAS Abb. io. konkrete Angaben bewiesen. Der Dolch kam auf dem Gelände des Lagers aus dem Viertel der römerzeitlichen Offizierswoh­nungen an die Oberfläche. Mit Berück­sichtigung der Schichten gibt J. K. Bogaers die folgende Datierung : „Aus den obener­wähnten Fundumständen geht hervor, daß der Dolch höchst wahrscheinlich nicht jünger ist, als die Mitte der flavischen Pe­riode, es ist aber sehr wohl möglich, daß er schon vor 70 n. Chr. in der klaudisch-nero­nischen Zeit hergestellt worden ist." 3 0 Das Parallelstück des Dolches von Nij­megen, seine Mustervariante kam mit der­selben Silbertauschierung und roten Email­einlage auch in Vindonissa zum Vor­schein. 3 1 Den polychromen, mit Email verzier­ten, tauschierten Dolchscheiden folgen je­ne, bei welchen die Hersteller neben der Silberfadentauschierung auch Silber-oder Goldplatten als Verzierungen anwenden. W. Drack teilt aus der Altertumssamm­lung von Aarau ein Dolchscheidenfragment mit, von dem er nachweist, daß es aus Vin­donissa stammt. Auf dieser Scheide wurde der in dem der Spitze zu liegenden Feld in einen Kreis gefaßte Stern durch Befesti­gung einer Goldplattierung hergestellt. 3 2 Er bringt das Alter des Dolches mit der Sta­tionierung der leg. XXI in Verbindung und hält seinen Gebrauch zwischen den Jah­ren 42-69 für wahrscheinlich. Das nächste Stück, das zu den Dolchen von Vindonissa- Typ den Übergang bildet, kam bei Mainz aus dem Rhein zum Vor­schein, laut seines Beschreibers 3 3 ist es durch eine Bronze- und Silbertauschierung ver­ziert und neben der Fadeneinlage kommt auch eine Platteneinfügung vor. In dieser 3 0 Ebd. 90. 3 1 Ulbert , G., Vindonissa ... 6., Abb. 1. Inv. Nr. 5344. 3 2 Drack, W., Fragment einer römischen silbertauschierten Dolchscheide. Zeitschr. f. Schweiz. Arch. u. Kunstgesch. 8(1946) 113., Taf. XXXIV 3 3 Lindenschmidt, L., a. a. O. Bd. IV. Taf. XI.. Abb. 3.

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