Folia archeologica 20.

Edith B. Thomas: Römischer Legionarsdolch von Dunaföldvár

J6 E. В. THOMAS Dem Anschein nach sind die Verzierungen im Mittelfeld ädikulaartig aus­gebildet. Die Gesamtlänge beträgt 33 cm, die Länge der Scheide 24 cm. 1 9 13. Ebenfalls aus Auerberg kam eine andere Dolchscheide in die Münchner Staats­sammlung. Sie ist etwas kleiner, gebrechlicher, als die vorherige und im allgemeinen die zu diesem Typ gehörenden Stücke. Neben Rosetten, Kränzen, Palmettenverzierungen scheint im Mittelfeld ein ädikulaartiges Muster zu sein. Ihre Länge beträgt 19,5 cm. 2 0 14. Mit dem FundortMainz und wahrscheinlich aus dem Rhein kam eine tauschierte Dolchscheide, in der sich auch der Dolch befand, ans Tageslicht (Abb. 7/1), bloß der Griff war abgebrochen. Besonders beachtenswert ist, daß die Verzierungen aus zweierlei Metallfäden, aus Gold und Silber inkrustiert und gebildet sind. Ihr Motivschatz ist neuartig. Zwischen auf ihre Spitzen gestellten Rautenformen stehen in zwei Feldern je eine Ädikula, in denen Palmenzwei­ge ausgebildet sind. Die Länge des Dolches beträgt 24,5 cm. Dieser Dolch und seine Scheide vertritt bereits den Übergangstyp zu der nachfolgenden Gruppe der Dolchen und Dolchscheiden von Vindonissa-Typ. Die oben beschriebenen Dolche und Scheiden halten wir demnach für eine einheitliche Gruppe und das auf dem Fundort unseres publizierten Objekts angetroffene Exemplar nennen wir im weiteren als den Dunaföldvárer Typ. G. Ulbert widmete eine eigene Studie dem Dolch und der Dolchscheibe von Oberammergau, 2 1 deren Beschreibung er aus der zusammenfassenden Arbeit K. Exners hervorgehoben und von neuem bewertet hatte. 2 2 Der Dolch und seine Scheide sind gut erhalten, die Musterung der Scheide ist klar zu sehen, bloß ihre Spitze ist abgebrochen. Seine gegenwärtige Größe beträgt im fragmentierten Zustand 23,5 cm, dürfte jedoch mit der Spitze zusammen etwa 26 cm gewesen sein. 2 3 Die mit Warzen verzierten Griffen und mit breiter Klinge hergestellten Dol­che in Betracht gezogen, sind in dieser Gruppe das Exemplar von Oberammergau und der kleine Dolch von Auerberg (Vgl. Beschreibung 13) die grazilsten. Die Verzierung des Dolches von Oberammergau ist gleichfalls in Felder geteilt, die Tauschierung ist auf Niellogrund aus Silber gefertigt. Daß das Eisen mit Niello bedeckt wurde und die Fäden darin gebettet wurden, ist alleinstehend. Das oberste Feld ist eine mit Gitterung ausgefüllte Quadratform, sodann folgt darunter ein von einem Kreis umfaßtes Blattornament, - außerhalb des Kreises werden die Ecken, wie im Falle des Dunaföldvárer Typs von L-förmigen Recht­ecken abgeschlossen. Dann folgt von neuem ein quadratförmiges Gittermuster, unter welchem sich eine kreisförmige Umrahmung mit Blatt wiederholt. Die Ecken werden außer dem unteren Kreis von Efeublattornamenten ausgefüllt. In dem der Spitze zu haltendem spitzwinkeligen Feld läuft ein „Laufendes Hund­motiv". Wie Ulbert festgestellt hat, ist die Tauschierung der Dolchscheide von Oberammergau die Arbeit eines rutinierten Meisters, der Gebrauch der „klassi­schen" Motive -des Efeus, des „Laufenden Hundmotivs" unterscheidet sie hin­gegen von den übrigen Exemplaren. 1 9 Exner, К., а. а. O. Taf. VIII 2. 2 0 Ebd. 23., Taf. IX. 2 1 Ulbert, G., Oberammergau . . . 175-185., Taf. XV. a-b. 2 2 Exner, К., а. а. O. 23., Taf. IX 1. 2 3 Ihre Maße sind bei Exner falsch angegeben (31,5 ; 24 cmV

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