Folia archeologica 20.

Edith B. Thomas: Römischer Legionarsdolch von Dunaföldvár

28 Е. В. THOMAS Im Zusammenhang mit unserem neuen Dolchfund von Dunaföldvár ergibt sich fast unwillkürlich die Möglichkeit, um wieder einmal zu versuchen eine Dolch­gruppe mit verzierter Scheide hervorzuheben. Für diese ist die breite Klinge bzw. Scheide, die Silber- oder Goldtauschierung, die oft rote, seltener grüne und gelbe Emaileinlage charakteristisch. Sämtliche Dolche und Dolchscheiden innerhalb dieser Typen wurden aus Eisen gemacht. Bereits von Ulbert wurde beobachtet, 6 daß es eine ziemlich große, verhält­nismäßig geschlossene Gruppe gibt, deren Dolchscheiden stark polychrom sind und bei der gewisse geometrische Muster in stets verschiedener Anordnung auf den verschiedenen Exemplaren ständig zurückkehren. Solche sind das Quadrat, das L-förmige eckausfüllende Muster, die Dreiecke, die von einem Kreis umfaßten Kränze, Rosetten, Palmetten, - dieselben in Halbkreis komponiert, ferner die Doppelblattmotive und die Pelte. Diese farbige, emaillierte oder tauschierte Verzierung kommt ausschließlich auf den Eisenscheiden der Eisendolche mit breiter Klinge vor. Eigenartig ist auch die Griffverzierung dieser Dolche, insofern der Griffknopf und auch die in der Mitte vorhandenen Höcker mit warzenartig hervortretenden Nieten verziert, ja zuweilen diese Niete auch von rotem Email umnommen oder bedeckt sind. Innerhalb der Dolche vom Dunaföldvárer Typ können wir zwei Gruppen auseinanderhalten : A. Die den Verzierungen der Dolchscheide von Dunaföldvár völlig gleich ver­zierten Scheiden. B. Die im Dunaföldvárer Stil gehaltenen, jedoch mit Mustervariationen, zuwei­len anderen Zierelementen versehenen Exemplare. А 1. Das Flußbett der Kulpa (bei Sisek) ist der Fundort jenes Dolch- und Dolch­scheidenexemplars, das zur Zeit im Museum zu Zagreb aufbewahrt wird (Abb. 4). Das Muster ist mit dem von Dunaföldvár identisch. DieMuster bestehen aus Tauscbierung und rotem Email. 7 2. Bei Köln kam das im Wiesbadener Museum aufbewahrte zusammengehörende Exemplar eines Dolches und einer Dolchscheide aus dem Rhein zum Vorschein (Abb. 9/2). Seine Bemusterung ist mit dem von Dunaföldvár identisch, es ist nur die Mitte des Mittelfeldes beschädigt, die Bemusterung ist hier nicht aus­zunehmen. Außer der Goldtauschierung blieben rote und grüne Emaileinla­gen erhalten. Das Doppelblattmotiv der Kränze und der Rahmungen besteht aus rotem Email, die L-Formen der Eckmuster sind aus grünem Email ein­gelegt. Der Dolch ist ein reich profilierter Typ mit Blutrinne, ebenso wie das Dunaföldvárer Exemplar. Die gesamte Dolchlänge beträgt 31 cm, die der Dolch­scheide 23 cm. 8 3. Aus der Umgebung vonMainz (Abb. 8/1) gelangte ein Dolch samt seiner Schei­de in das Museum zu Nürnberg. Seine Musterung scheint mit den auf unserem 6 Ulbert , G., Der Legionarsdolch von Oberammergau. Aus Bayerns Frühzeit. (München 1962) . . . ' Hoffilier, V., Oprema rimskoga vojnika u prvo doba carstava. VHAD 12 (1912) H7ff., Abb., 48-49. 8 Lindenscbmidt, L., Alterthümer unserer heidnischen Vorzeit. IV. (Mainz 1900) Taf. 52.

Next

/
Thumbnails
Contents