Folia archeologica 18.
Gedai István: A gyönki XIII. századi éremlelet
DER MÜNZFUND VON GYÖN К AUS DEM XIII. JAHRHUNDERT In 1963 kam in Gyönk ein aus 208 Stücken — in der Hauptsache aus Friesacher Denaren — bestehender Münzfund zum Vorschein. Die Zeit der Verbergung des Fundes ist vom Gesichtspunkt des Münzverkehrs aus nicht ohne Interesse. Die Mehrzahl der an die anderhalb hundert Münzfunde Ungarns wurde vor den in 1241 nach Ungarn einbrechenden Tartaren der Erde anvertraut, dagegen gehören von den 159 St. Friesachern des Gyönker Fundes 122 St. mit Sicherheit der Zeit vor 1204 an, während sich die restlichen 34 St. im Ganzen auf drei Gattungen der Münzen Eberhards II. verteilen. Der Umstand, daß die übrigen Münztypen des Erzbischofs von Salzburg sowie jener Bernhards von Kärnten im Fund nicht enthalten sind, weist auf den Anfang des XIII. Jahrhunderts, auf einen Zeitpunkt, der durch die Denare des Erzbischofs von Köln, Dietrich I., ebenfalls Bestärkung erfährt. Infolgedessen glauben wir die Zeit der Fundverbergung in die Jahre um 1201 weisen zu können, voraus aber folgt, daß wir die Typen Luschin 8, 10 und 13 Eberhards II. als die ersten Münzen des Erzbischofs ansehen. Um die Grenzprägungen und Nachprägungen an bestimmte Prägestätten und Emittenten knüpfen zu können, bedarf die Forschung der Zukunft der Kenntnis noch gar mancher, aus genau beschriebenen Fundstätten stammender Grenz-, bzw. Nachprägungen. Als solche können im Fund von Gyönk die Typen L. 6. der Nummern 4, 5, 10, 11 und 12, sowie L. 8, Nummer 15 gelten. Selbstverständlich bedeutet jede geringste Abweichung nicht schon eine neue Variante des Typs ; so zeigt der Typ L. 10. am Kleid des Bischofs nur ganz unbedeutende Abweichungen und auch die Varianten £ — E, on — ~ weisen bloß auf andere Prägestempel hin. Als von Bedeutung ist das Exemplar Nummer 9, L. 6. В E. 81 des Fundes hervorzuheben. Wir meinen, daß dieser Typ auch nach den Forschungen Baumgartners noch immer nicht als vollends geklärt angesehen werden kann. Die mittelalterliche al-marco Prägung ließ zwar für Gewichtsschwankungen zwischen den einzelnen Stücken einen weiten Spielraum, im Gyönker Fund gibt es aber ganz auffallende Gewichte ; so ist das Durchschnittsgewicht von L. 8.: 1,15 g, von L. 10: 1,163 g, von L. 13: 1,22 g. —Besonders auffallend sind mehrere, 1,30 g überschreitende Gewichte, wie u. a. die 1,45 g schwere Münze Ottos II., Bischofs von Freising. Die geographische Lage des Fundes belegt, im Einklang mit mehreren anderen Friesacher Funden, den mittelalterlichen Gebrauch der uralten Verkehrsstraße im Kapos-Tal. Dieser Weg führte durch ungarisches — und nicht durch kroatisches oder slawonisches — Gebiet direkt nach Westen in Richtung Friesach und St. Veit, von wo die ausschlaggebende Mehrheit der ungarländischen Friesacher Münzen stammt.