Folia archeologica 18.

F. Vattai Erzsébet: A margitszigeti korona és gyűrű

138 E. F. VATTAI nehmende Angabe in den Text aufgenommen wurde. Wir können demnach nicht entschieden behaupten, daß 1838 das Grab Stephans V. gefunden wurde. Bei Identifizierung des Grabes mit der Krone könnte auch der Name Ratis­laws, des Gatten einer der Töchter Bêlas IV. namens Anna, aufgeworfen werden. Der Eheschliessung lagen politische Ursachen zugrunde, früher, vor dem Einfall der Tataren, war Ratislaw beim ungarischen königlichen Hofe als Freier abge­wiesen worden. Béla IV. bemühte sich aus Furcht vor einem neuerlichen Ein­fall die über benachbarte Völker herrschenden Herzoge durch eheliche Bindun­gen für sich zu gewinnen. Ratislaw erhielt von Béla IV. das Königreich Halicz, konnte es jedoch nicht halten, so daß ihm Béla Bosnien als Ersatz zukommen ließ, wo Ratislaw in der Folge eine lebhafte Organisationstätigkeit entwickelte, sogar den Titel eines „Imperator Bulgarorum" annahm. In der steyerischen Reimchronik wird er als König von Matschaw erwähnt. Ratislaw ist annahms­weise 1262—63 gestorben. 1264 werden seine Söhne in den Dokumenten bereits als Waisen erwähnt. Béla IV. sorgte weitgehend für seine verwitwete Lieblings­tochter und deren Söhne, indem er sogar die Rechte seines Nachfolgers, Ste­phans V. beschnitt. Wenzel, Wertner und Pauler, als hervorragendste Kenner der auf Ratislaw bezugnehmenden Angaben, teilen indessen nichts über die Um­stände seines Todes, noch über seinen Bestattungsort mit, offensichtlich fanden sie keine Angaben darüber. Von mehreren Gesichtspunkten aus betrachtet, ist indessen anzunehmen, daß er wahrscheinlich in der Kirche des Dominikane­rinnenklosters auf der Margareteninsel begraben wurde. Seine Gattin Anna hatte sich auch bei Lebzeiten ihres Gemahls in Ofen, am Hofe ihres Vaters auf­gehalten. Ihre Töchter wurden bereits als kleine Kinder im Nonnenkloster auf der Margareteninsel erzogen. Die auffallend schöne Kunigunde wurde die Gemahlin des böhmischen Königs Ottokar II. Ihre zweite Tochter Margarete, von welcher wir wissen, daß sie seit ihrem vierten Lebensjahre im Kloster lebte, war 1290 dortselbst Äbtissin. 1272 wurde Ratislaws Sohn Béla, Herzog von Mat­schaw, in der Kirche des Nonnenklosters auf der Margareteninsel begraben, ver­mutlich nicht nur darum, weil er dort ermordet wurde, und seine Schwester im Kloster lebte, sondern auch, weil bereits sein Vater dort begraben lag. Die Gemahlin Ratislaws, Anna, war die Lieblingstochter Bêlas IV., sie lebte auch nach ihres Gatten Tode am Hofe ihres Vaters, pflegte Béla in seiner Todes­krankheit und wußte ihn vollkommen zu beeinflussen. Nach dem Tode Bêlas IV. nahm sie die königlichen Schätze an sich und ging zu ihrem Schwiegersohn, dem Böhmenkönig Ottokar. Auf Grund der königlichen Titel Ratislaws und der schon erwähnten Um­stände können wir bei Identifizierung des 1838 zum Vorschein gekommenen Grabes auch seine Person in Betracht ziehen.

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