Folia archeologica 17.
Huszár Lajos: A pozsonyi garasok (1623—1624)
DIE PREßBURGER GROSCHEN 1623—1624 Im ersten Viertel des XVII. Jahrhunderts hat jene Münzverschlechterung großen Umfangs, die im geldgeschichtlichen Schrifttum als Kipper- und Wipperzeit bekannt ist, schwere Erschütterungen im Wirtschaftsleben Mitteleuropas verursacht. Eine der gelegentlichen charakteristischen Manifestationen dieses Zeitalters war die Aufstellung und Betätigung der Münzstätte in Preßburg in 1623—24. Die über die Münzstätte zu Preßburg bisher bekannten Daten hat J. Newald unter Zugrundenahme von österreichischem archivalischen Quellenmaterial veröffentlicht. Die vorliegende Bearbeitung bezweckt, einzelne Daten Newalds mit aus bisher nicht bekanntem, ungarischen archivalischen Material stammenden Einzelheiten und den im Schrifttum verstreuten Daten zu ergänzen. Die Errichtung und Tätigkeit der Münzstätte zu Preßburg hing mit der Einstellung der Prägung von leichten Münzen und der verordneten Einwechselung der Kippermünzen zusammen. Die Aufstellung der Münzstätte unter der Leitung Mathias Fellners wurde am 12. Mai 1623 von Kaiser Ferdinand II genehmigt und bereits am 2. August desselben Jahres erschien die kaiserliche Verordnung mit der ausführlichen Regelung der Preßburger Münzprägung. Daraus geht hervor, daß in der Münzstätte Groschen und Denare mit P —P Münzzeichen zu schlagen waren. Der genaue Münzfuß wurde zwar nicht angegeben, indessen wissen wir aus mittelbarer Quelle, daß von den Preßburger Denaren um 50 bis 70 Stück mehr auf die Mark gingen, als von den Kremnitzern. Die Feinheit der Preßburger war zwar höher, andererseits aber waren sie etwas leichter als die Kremnitzer Denare. Mitte August waren die Preßburger Gepräge bereits im Umlauf. In den zeitgenössischen Quellen werden sie seit Anfang 1624 des öfteren erwähnt, allerdings nicht zu ihren Gunsten. Eine der Gründe hiefür mochte die in der Leitung der Münzstätte eingetretene Änderung gewesen sein. Am 28. November wurde nämlich mit dem Münzmeister Balthasar Zwirner ein Pachtvertrag betreffs der Münzstätten von Wien, Preßburg, Mähren und Schlesien geschlossen. Zwirner ist eine berüchtigte Gestalt der Epoche der Münzverschlechterung und nicht lange sollte es dauern, bis auch in Preßburg schwere Klagen gegen seine Tätigkeit laut wurden, die dazu führten, daß er am 29. Juli 1624 auf kaiserlichen Befehl verhaftet, und der Pacht verlustig erklärt wurde. Sein acht Monate dauerndes Wirtschaften genügte, um die Preßburger Gepräge völlig in Mißkredit zu bringen. Darüber geben die heimischen Quellen ausführlich Bescheid. Sie berichten über ständige Klagen in Verbindung mit den Preßburger Münzen, die niemand annehmen wollte und da halfen weder palatinische noch selbst königliche Verordnungen, die die Bevölkerung zur Annahme der Münzen zu bewegen suchten. Vielsagend ist auch jene Tatsache, daß sie nichteinmal in Wien, dessen Münzstätte ebenfalls eine Pacht Zwirners darstellte, akzeptiert wurden. Wahrscheinlich ließ Zwirner in Preßburg Münzen von noch geringerer Güte, als zulässig, prägen, welche auf diese Weise zu Inflationsmünzen wurden. Die Entfernung Zwirners von der Münzanstalt machte eine Reorganisation notwendig. Am 16. August 1624 wurde daher ein neuer Vertrag mit Fellner 14 Folia Archaeologica