Folia archeologica 17.

H. Kolba Judit: Ötvösadatoka magyar krónikákban

GOLDSCHMIEDEANGABEN IN UNGARISCHEN CHRONIKEN Unsere Studie hat sich die Zusammenfassung der in den ungarischen Chro­niken des Mittelalters auffindbaren, auf die Goldschmiedekunst bezugnehmen­den Angaben zum Ziele gesetzt. Im Verlaufe unserer Forschungen haben wir die Chroniken von Anonymus, Rogerius, Markus Kálti, János Küküllei, von dem Namenlosen Minoriten, János Thuróczy, Bonfini, Kaspar Heltai und Nikolaus Istvánffy 1 " , J durchgesehen, im Verein mit den kürzeren Kodexfragmenten. Die Angaben gliederten wir den Typen nach. Zuerst taten wir des Edelme­tall-Bergbaues und der Goldschmiede Erwähnung. Anschliessend folgt die Gruppe der mit dem königlichen Hofe in enger Beziehung stehenden, auf Geld­und Siegelprägung bezüglichen Aufzeichnungen. Gesondert behandelten wir die Gruppe der Königskrone und der Kroninsignien, da wir auf diese die meisten Hinweise fanden ; wir konnten an Hand der Angaben die ganze Geschichte der Krone, ihre Irrfahrten sozusagen mitverfolgen. Im Mittelalter gelangte ein Großteil der Meisterwerke der Goldschmiede­kunst im Wege von größeren und kleineren Schenkungen in den Besitz der Kirche, auch diese suchten und fanden wir im Spiegel der Aufzeichnungen. Zahlreiche Goldschmiedarbeiten von sowohl geistlicher als auch weltlicher Bestimmung befanden sich im Besitze des Hochadels und des königlichen Ho­fes, Prunkgefäße, vom Matthias-Zeitalter an auf den Kredenzen zur Schau ge­stellte Zierstücke, sowie kleinere Schmuckgegenstände, wie Halsketten, Ringe, Kreuze, Armbänder u. a., auf all dies fanden wir Hinweise im Text der Chro­niken. Schließlich befassten wir uns mit der Gruppe der ebenfalls künstlerische Goldschmiedarbeit beanspruchenden, jedoch nicht aus Edelmetall hergestellten Zierstücke, mit den größeren und kleineren Bronzegegenständen ; die Meisten von ihnen fanden wir in der Beschreibung von König Matthias Ofener Palast. Initialen und Stiche gehören ebenfalls zu den Chroniken ; sie waren berufen, den Glanz ihres Äußeren zu heben. In der Bilderchronik und in der ersten Aus­gabe der Thuróczy-Chronik (1488) stiessen wir auf solch erwähnenswerte Abbil­dungen, welche durch zur Tracht gehörige Goldschmiedarbeiten, etliche Zier­stücke, bezw. durch Darstellungen der Kroninsignien unsere Kenntnisse über die zur Zeit des Chronisten bekannten und im Gebrauch befindlichen Sor-ten von Goldschmiedarbeiten bereicherten.

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