Folia archeologica 16.
Garam Éva: Szarmata kori kurgánok Isaszegen
DIE SAR M ATENZEITLICHEN KUR GANE VON I S A S Z E G Im Verlaufe der Fundsicherstellung der Jahre 1962—1963 legten wir in Isaszeg-Katonapallag sechs Kurgane aus der Sarmatenzeit frei. Die Kurgane zeigten Spuren zeitgenössischer Plünderung. Das in den Gräbern belassene Fundmaterial ist ärmlich, doch umso interessanter ist die Konstruktion der Kurgane. In die großen, nord-südlich gerichteten Gräber wurden in den meisten Fällen Steine gelegt und auf diese der aus Eichenholz verfertigte, länglich kistenformige Sarg gestellt. Das Grab ist bis zu ca 50 cm Höhe mit Steinen, sodann mit Erdreich aufgefüllt. Über dem zugeworfenen Grab wurde ein Hügel von 1 m Höhe und 10—20 m Durchmesser errichtet. Der Bau des 1. Kurgans weicht von dem der übrigen ab. Zu seinem Grab führt ein abfallender, mit Steinen ausgelegter Weg von südwestlicher Richtung. Die Plünderung der Kurgane ging durch Eingraben von oben vor sich oder aber gruben die Räuber einen tunellartigen Gang, in welchem sie sodann Menschen- und Tierknochen mit Bruchstücken der Funde zusammen verstreuten. Das in den Kurganen verstreut gefundene Denkmalmaterial bestimmt die Bestattungsform als sarmatenzeitlich. Der Großteil der Funde ist römisch (Münzen, Glas) oder stellt barbarische Nachahmungen römischer Erzeugnisse dar (Keramik), auf Grund welcher wir das Alter der Kurgane in die zweite Hälfte des 3. Jahrhunderts nach der Zeitrechnung datieren können. Eine ähnliche Bestattungsweise wie in Isaszeg finden wir außer im mittleren Donaubecken noch auf südrussischem Gebiet. Diese Sitte der Beerdigung unter Kurgane greift auf die Zeit der in das 4•—2. Jahrhundert v. u. Z. datierten Prohorovka-Kultur zurück, in deren Trägern die sowjetischen Forscher die Vorgänger der Sarmaten sehen; als Träger des Kurganen-Bestattungsritus in den ersten vier Jahrhunderten nach der Zeitrechnung gelten die Sarmaten-Roxolanen. Die Frage der genaueren zeitlichen und ethnographischen Bestimmung der Kurganen-Bestattungsweise von Isaszeg werden in der Folge weitere Ausgrabungen und Forschungen beantworten können.