Folia archeologica 16.
Gábry György: Beethoven és Liszt zongorája
DAS KLAVIER BEETHOVENS UND LISZTS Ein wertvoller Nachlaß war im Frühling 1887 in den Besitz des Ungarischen Nationalmuseums gelangt: die aus etwa 30 Stücken bestehende Sammlung von Erinnerungsgegenständen Franz Liszts wurde in den Bestand des Museums aufgenommen. Aus der wertvollen Reihe der ein Jahr nach des Meisters Tod dem Museum übergebenen Stücke verdient das einstige Pianoforte Beethovens — die übrigen Kunstgegenstände der Sammlung an Wert und Bedeutung übertreffend — besonders hervorgehoben zu werden. Das sehr elegante, im englischen Empirestil gebaute Instrument trägt die Zeichen seiner besonderen Bestimmung an sich. An der Stirnseite sind die in einem Intarsienrahmen eingefaßten Daten der Erzeugung in goldenen Buchstaben zu lesen: „John Broadwood and Sons /Makers to His Majesty & the Princesses/ Great Pulteney Street LONDON Golden Square", — darüber prangt der Name Beethovens. Auf der Fläche des Stimmstocks steht handgeschrieben: „Hoc instrumentum est Thomae Broadwood (londini) donum propter ingenium illustrissimi Beethoven" —, daneben die Unterschriften: Fr. Kalkbrenner (nachträglich gestrichen), Ferd. Ries, J. B. Cramer, J. G. Ferrari, C. Knyvett (namhafte Virtuosen, die das Klavier für Beetnoven ausgewählt haben). Schon seit den ersten Jahren nach 1800 suchte Beethoven, vereint mit dem Klavierbauer Streicher, ein Instrument, das das neue Tonideal, und zugleich auch seine zunehmende Taubheit befriedigen sollte. 4 Da erhielt er im Frühling des Jahres 1818, als Geschenk der Londoner Firma Broadwood, das Hammerklavier, das, die Wiener Mechanik weit hinter sich lassend, als modernstes Instrument angesehen werden kann. In seiner Beethoven-Monographie berichtet A. W. Thayer ausführlich über die Geschichte das Broadwood-Pianofortes bis 1827." In diesem Zeitraum spielte es eine aktive Rolle in der Schöpfer-Werkstatt des Komponisten und war unter anderem auch der Inspirator zur großen ,,Hammerklaviersonate " (Op. 106). Es ist nicht ausgeschlossen, daß auch der Name der Sonate ihm zu verdanken ist. In den Erinnerungen der Zeitgenossen, die Beethoven während der 20-er Jahre besuchten, taucht das Broadwood-Klavier immer wieder auf. Unter diesen zeichnen sich die Memoiren des Instrumentenmachers J. A. Stumpff 1 3 und des Dichters Reilstab durch die Anschaulichkeit ihrer Schilderung besonders aus. Als Beethoven im Jahr 1827 starb und sein Nachlaß zur Versteigerung gelangte, kam das Klavier des Meisters in den Besitz des Wiener Musikalienhändlers C. A. Spina, der es im Jahre 1845 — als Zeichen seiner Verehrung — Fanz Liszt schenkte. 1 8 Liszt schätzte das Klavier sehr hoch und bewahrte es in der Weimarer Altenburg, inmitten seiner anderen Erinnerungsstücke. 1 7 Seit den 70-er Jahren war es bereits seine entschiedene Absicht, das Klavier dem Ungarischen Nationalmuseum zu übergeben. 1 8' 21 1 Dazu kam es aber erst nach seinem Tode, im Frühling 1887, als der Nachlaß als Schenkung von Marie v. Hohenlohe, der Tochter der Fürstin Sayn-Wittgenstein, in Budapest eintraf. Auf der im Jahre 1892 veranstalteten Wiener Internationalen Ausstellung stand das Klavier von neuem im Mittelpunkt des Interesses ; 2 2 seither hat es seinen Platz unter den sorgsamst behüteten Kostbarkeiten des Ungarischen Nationalmuseums.