Folia archeologica 16.
G. Sándor Mária: A gesztesi vár építéstörténete
DIE BAUGESCHICHTE DER BURG GESZTES 179 wird. Die Kasematten waren mit Ziegeln überwölbt. Vor den Ost-, Süd- und Nordfronten der Burg legten wir Backöfen frei, desgleichen einen, an die östlich Sperrmauer der Kasematten angrenzenden Backofen. An die Mittelachse der Südfront schließt sich ein viereckiger Turm an. Die Burg war von einer äußeren Bastionsmauer umgeben, deren geringe Überreste über der Erdoberfläche sichtbar sind. Leider wurden hier keine Ausgrabungen vorgenommen. Nach der Besprechung der geschichtlichen Angaben, sowie der Anordnung des Grundrißes der inneren Burg und des dazugehörigen Befestigungssystems wollen wir versuchen, die Baugeschichte der Burg zu skizzieren. Wir können ihre Bauzeit in vier Bauperioden teilen: I. Die grundrißliche Anordnung der Burg, die Sgraffitotechnik aufweisenden Steinrahmen, sowie das im Laufe der Ausgrabungen ans Tageslicht gekommene Bruchstück einer Ofenkachel mit dem Wappen Ludwigs des Großen deuten daraufhin, daß die innere Burg bis zur Höhe des i. Stockwerks mit dem an der Nordseite befindlichen Turm bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts ausgebaut wurde. Das Tor hatte Zugbrückenkonstruktion, jedoch dazumal nicht mit Wolfsgruben-, sondern mit Pilotensystem. 2. Die Innenburg wurde aufgestockt, darauf weisen die für die Gotik des Sigismund-Zeitalters charakteristischen Steinrahmen und die gefundenen Ofenkachelbruchstücke hin. In diese Zeit dürfen wir das Entstehen der vom Nordturm gegen Westen gelegenen Räumflucht setzen. 3. Die in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts sich mehrenden türkischen Angriffe machten die Befestigung der Burg vonnöten. Zu der Zeit entstehen die vor dem Tor befindliche, sowie die zweite, gegen Westen anschliessende Wolfsgrube. Die Ausgestaltung der doppelten Wolfsgrube erübrigte die in die Innenburg führende Zugbrükke. Über die westliche Wolfsgrube konnte indessen eine Zugbrücke herabgelassen werden, davon zeugt das in der westlichen Wand der zur Innenburg gehörigen Wolfsgrube befindliche Zapfenlager. 4. Von der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an haben die Türken die Burg durch etwa fünfzig Jahre inne. Vom Jahre 1588 fällt die bedeutende militärische Befestigung der Burg. Damals wurde die oben erwähnte Kasemattenreihe ausgebaut und die sich vom Turm gegen Westen erstreckenden Räume zu Wolfsgruben umgestaltet. Auch der Ausbau der ober dem Toreingang befindlichen, mit schmalen Schießscharten versehenen Wächternischen kann mit dem türkischen Befestigungsarbeiten in Verbindung gebracht werden. Zu dieser Periode gehören auch der Turm an der Westfront sowie die um die Außenfront herum angelegten Backöfen. In Zusammenfassung unserer Beobachtungen kommen wir zu der Feststellung, daß die Burg von Gesztes bis zum Ende des 15. Jahrhunderts lediglich den Charakter eines Kastells hatte, das eher zu Erholungs- und Jagdzwecken diente, während sein Ausbau zu Verteidigungszwecken erst während der Kämpfe in der Türkenzeit erfolgte. 12*