Folia archeologica 13.

G. Sándor Mária: Adatok a középkori csontgomb- és gyöngykészltéshez

Zur mittelalterlichen Herstellungstechnik der Knochenknöpfe und Perlen 149 bank angetriebenen Bohrers entstanden sind. Außerdem ist eine etwas stärker gewölbte Naht erkenntlich, die davon herrühren dürfte, daß auch diese Arbeits­stücke beidseitig gebohrt wurden. Sobald die Bohrungen der beiden Seiten zusammentrafen, fiel das Werkstück heraus und war fertig. Auf diese Weise dürften die durchlöcherten Knochenplatten als Abfallstücke entstanden sein. Nach diesem Einblick in das Herstellungsverfahren gelangen wir zu der Fest­stellung, daß dieses mit jenem, den wir auf der mittelalterlichen Darstellung der Rosenkranzherstellung gesehen haben, übereinstimmt. Die von sichtbaren Spuren der Bearbeitung lassen die Vermutung zu, daß auch unsere Fundstücke auf der Zugdrehbank mit Handantrieb hergestellt wurden. Der Umstand, daß der größte Teil des Fundmaterials als Abfall eines Er­zeugungsprozesses anzusehen ist, läßt auf das Vorhandensein einer mittelalter­lichen Werkstatt schließen. Die zur Verfügung stehenden Daten genügen indes nicht, die Sitze der einzelnen Werkstätten mit topographischer Genauigkeit feststellen zu können. Zweifellos kennen wir aus der Festung von Buda dieses Fundmaterial bereits vom Ende des XIV. Jahrhunderts; wir begegnen ihm aber auch im XV —XVI., ja sogar noch im XVIII. Jahrhundert. Ferner haben wir uns noch mit der Frage zu befassen, welche Art von Gegenständen aus diesen durchlöcherten Knochenplatten hergestellt wurden. Aus den genannten Knochenplatten wurden vermutlich teils Rosenkranz­kügelchen ausgeschnitten, teils Perlen und teils auch Knöpfe. Wie die Knöpfe verwendet wurden, veranschaulicht unsere Rekonstruktionszeichnung. (Abb. 43.) Außer diesen mögen allenfalls auch stoffüberzogene Posamentknöpfe hergestellt worden sein. Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß es unsere Funde ermöglichten die ehemalige Existenz und Arbeitsmethode eines Gewerbes aufzudecken, über das unsere Urkunden aus dem XIV—XV. Jahrhundert keinerlei Angaben enthalten. Ähnliche Funde sind uns noch aus Prag, aus der Festung v. Preßburg (Bratislava) und aus Polen bekannt. Anhand der an unseren Fundstücken vorgenommenen technischen Unter­suchungen gelang es uns ferner, die Verwendung der Zugdrehbank in Ungarn bereits Ende des XIV. Jahrhunderts nachzuweisen. Aus dem Vergleich unserer Funde mit den zeitgenössischen Darstellun­gen gelangen wir zur Schlußfolgerung, daß die in diesem Gewerbezweig be­schäftigten Handwerker in Ungarn wie in Deutschland auf Drehbänken von gleichem Typus arbeiteten.

Next

/
Thumbnails
Contents