Folia archeologica 12.
É. B. Bonis: Römerzeitliche Gräber in Halimba
94 É. В. Bonis Grab 3: dieses Grab wurde am 30. Juni 1954 gefunden. Beim Weinstockpflanzen wurden im gestörten und ausgeplünderten Brandgrab Scherben und verbrannte Knochensplitter gefunden: 1. Tonteller: Fragment. (Taf. XXI, 3; Abb. 25/1.) Ein flacher Teller mit etwas einwärts geneigtem Rand aus hellgrauem, mit Sand vermengtem Material; die Oberfläche ist rauh. Das Material ist malmig und in der heissen Asche weiss ausgebrannt, hier und da mit schwarzen Flecken H.: 2,4 cm, M.: 15,6 cm, В.: 12,4 cm. 2. Tonbecher , wurde aus Bruchstücken zusammengestellt und stark ergänzt. (Abb. 25/2.) Es ist ein kugelförmiges Gefäss mit hohem Hals und etwas ausladendem Rand. Den Bauch gliedern lange „S "-förmige, schräg verlaufende Rillen turbanartig. Das Material ist grau, porös, mit mattgrauer Bemalung, die schon sehr abgenützt ist. 3. heichenbrandreste und Hol^kohlenresie waren im Grab verstreut. Grab 4: wurde am 5. Juli 1954, 2 m östlich vom Grab 854 in 70 cm Tiefe gefunden. Beim Rigolieren wurde der grösste Teil vernichtet; die hier aufgezählten Funde blieben am Boden des Brandgrabes erhalten. 1. Tonbecher: Bruchstücke. (Abb. 25/3.) Das Gefäss ist kugelförmig, mit einer kleinen konkaven Vertiefung am Bauch. Der Halsteil ist etwas trichterförmig, hat eine schmale eckige Randleiste. Die Wände sind sehr dünn, ziegelfarbig, porös, mit Spuren roter Bemalung, bestreut mit Tonkrümmchen. Rekonstruierte H.: 12,6 cm, M.: 7,4 cm, rekonstr. В.: 4,7 cm. 2. Tonschüssel: aus Bruchstücken zusammengestellt. (Taf. XIX, 2; Abb. 25/4.) Tiefe Schüssel mit senkrechten Wänden, schmalem Standring und zwei dünnen Rillen unter dem Rand. Zwei Reihen Rädchenverzierung verlaufen rund um den Gefässkörper. Auf den senkrechten Wänden verlaufen durch kleine Tonpunkte gegliederte doppelte Tonfäden im Zick-Zack, von den Spitzen gehen ähnlich ausgearbeitete Tonfäden aus. In den von den Tonfäden umgebenen dreieckigen Feldern erscheinen — ebenfalls in Dreieckform gruppiert — mit Barbotintechnik aufgelegte Punkte. Das Grundmaterial der Schüssel ist hell-ziegelfarbig, der Uberzug ist ziegelrot, mit Übergang in das Braune; in den tieferen Stellen ist der Überzug braun. Der Überzug mochte ursprünglich einen Bronzeschimmer gehabt haben, der am Boden stellenweise noch zu sehen ist. H.: 8,6 cm, M.: 16,8 cm, В.: 6,9 cm. 3. heichenbrandresle. Grab 5: kam am 5. Juli 1954 in 1 m Entfernung westlich vom Kindergrab 867 zutage. Es mochte ursprünglich etwa 60 cm in die Erde vertieft gewesen sein, wurde aber durch das Rigolieren verwüstet; ausser den Leichenbrandresten Hessen sich die folgenden Scherben retten: Tontopf, untere Hälfte: dünnwändig, das Material ist mit Sand vermengt, grau. Fragmentiert. H.: 15 cm, В.: 7 cm. Grab 6: wurde am 6. Juli 1954 gefunden; es war stark gestört und war ebenfalls ein Brandgrab. 1. Tonkrug-. Fragmente. (Taf. XXI, la-c; Abb. 25/5.) Die Form des grossen, henkellosen Kruges liess sich nur durch Rekonstruktion feststellen. Er hatte einen engen Hals, etwas ausladenden Rand, der Boden ist verhältnismässig klein. Das Material ist gelblichgrau, porös, ohne jegliche Spur von Bemalung. Auf Schulter und Bauch verlief — wahrscheinlich zusammenhängend — eine rädchenverzierte Zone rundherum. Rekonstruierte Höhe: 39,4 cm, M.: 10,5 cm, В.: 9,4 cm. 2. Tonkrug: Fragmente (3 Stücke). Dünnwändig, ziegelfarbig, das Material ist porös, mit Spuren von Rädchenverzierung. 3. Leichenbrandreste. Grab 7: wurde am 6. Juli 1954 erschlossen und ebenfalls gestört vorgefunden. Auch dies war ein Brandgrab. Die Funde waren: 1. Tonkrug: Mundfragment (Taf. XXI, 4.) mit Doppelrand, in roher Farbe. M.: 6,4 cm. 2. Tonteller: Bodenfragment. Die Oberfläche ist gelblichgrau, die Bruchfläche ist innen dunkelgrau, glimmerhältig, stark mit Sand vermengt. 3. Tonteller: Fragment. Es ist ein etwas einwärts neigendes Seitenfragment mit Spuren roter Bemalung. 4. Tonschüssel: Bodenfragment aus gelblichgrauem, porösem Material. Grab 8: am 8. August 1954 wurde ein gestörtes Grab gefunden. Es enthielt die folgenden Gegenstände: 1. Tonkrug: Bruchstücke aus grauem, stellenweise ziegelfarbigem, porösem, mit Sand vermengtem Material. 2. Tonkrug : Fragmente aus hellgelbem, porösem Material. Grab 9: ein gestörtes Brandgrab wurde am 10. September 1954 am südöstlichen Rand des Gräberfeldes gefunden. Es kamen daraus folgende Objekte zum Vorschein: