Folia archeologica 12.

F. Petres Éva: Székesfehérvári koravaskori kincslelet

Der früheisenzeitliche Schatzfund von Székesfehérvár 43 in Grünwald. Es ist aber zugleich auch gerade jenes Exemplar, das von Müller-Karpe auf Grund seiner Form- und Zierelemente mit dem jüngeren Urnenfeldertypus von Pfatten in Verbindung gebracht wird. Innerhalb des pfattischen Typus sondert Müller-Karpe eine mittlere Donaugruppe, als Ge­biet der Formentwicklung, und ein sekundäres Erzeugungsgebiet in Tirol. Die pfattischen Formen des mittleren Donaugebietes stehen dem Vorbild des in der HA Zeit üblichen Matreier Variante offensichtlich nahe. Unsererseits halten wir es durchaus nicht für unmöglich, dass die Entwicklung der beiden Typen (Matre —Pfatten) im Ursprungsgebiet des Karpatenbeckens parallel verlaufen ist. Demnach hatten sich die breitflächigere ältere Messerform (die von Matre) und die mit der gebogenen Spitze (Pfatten), die als die neuere Form angesehen wird, in diesem Gebiet gleichzeitig im Verlauf der HA-Periode ent­wickelt. Für die Zeit ihrer Verwendung und Bergung geben die Fundobjekte die Zeitspanne zwischen BD und HA als terminus post quem und ante quem an. Unser Fund bildet einen jener bis zur Mitte von HA vergrabenen Depots, die von der Bevölkerung vor dem Eindringen der Völker der Urnenfelder­kultur der Erde anvertraut wurden. Auf Grund der in den letzten Jahren ge­zeitigten Forschungsergebnisse zeichnet vor allem die damalige Lage in Trans­danubien immer deutlicher ab. Die Funde des Koszider-Typus gelangen ge­gen das Ende der späten Bronzezeit als Folge des aus Osten kommenden Druk­kes unter die Erde, der sich zwar in erster Linie in der Theissgegend fühlbar macht jedoch auch in Transdanubien auswirkt. In Transdanubien hört das Leben der reichbevölkerten Vatya II. —Hügelgräbersiedlungen auf (Pákozd, Lovasberény, Sztálinváros, Vál usw.), die an Ort und Stelle verbleibende spärliche Bevölkerung lebt in verstreuten Gruppen (Magyaralmás, Gárdony, Koroncó, Csabrendek usw.) weiter. Dieses überlebende Hügelgräbervolk bil­det die Bewohnerschaft im Zeitraum zwischen BD und Anfang HA. Ihr Bronzegewerbe erzeugt, gleich ihrer Töpferei, unter Wahrung der bronze­zeitlichen Formen auch schon Stücke mit charakteristischen Zügen der Urnen­felderkultur. Die mit dem Fund von Székesfehérvár gleichaltrigen Fundbergungen ver­knüpfen wir mit jener neuen grossen Völkerbewegung, die bis zur Mitte der HA-Periode Transdanubien erreicht hat. Ein in kleineren Gruppen erfolgen­des Eindringen des Urnenfeldervolkes aus Österreich, vor allem entlang der Donau lässt sich vom Beginn der Periode an voraussetzen und es wurde auch versucht, innerhalb des Depothorizontes, auf Grund des Überwiegens der älteren Formen, die früheren Hortfunde zu sondern. (Székesfehérvár­Kér, Felsőszentlászló, Sióagárd, Hanth.) Obwohl zeitlich frühere Einfilterun­gen theoretisch nicht auszuschliessen sind, setzen wir den Fund von Székes­fehérvár mit Rücksicht auf den Messertypus dennoch nicht früher an als auf die Mitte der HA-Periode. Die Urnengräberbevölkerung, die sich in diesem Gebiet ansiedelte, bringt hier in der zweiten Hälfte der HA-Periode die Váler Kultur zur Entfaltung.

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