Folia archeologica 12.
J. Korek: Die Goldscheiben von Csáford
DIE GOLDSCHEIBEN VON С S A F О R D P. Patay hat vor kurzem eine Arbeit den kupferzeitlichen Goldfunden gewidmet. 1 Nach ihrem Erscheinen erwarb das Historisches Museum zwei Goldscbeiben aus Csáford von Typus Stollhof. Da es die ersten Funde sind, deren Fundort einwandfrei geklärt ist, scheint ihre Veröffentlichung begründet. Der Fundort der Goldscheiben ist Csáford (Kom. Zala, Kr. Zalaszentgrót), die Fundstelle der Acker des nach Zalaszentgrót zuständigen Landwirtes Jenő Korcsmáros am Südhang des Berges von Csáford. (Abb. 8.) J. Korcsmáros entdeckte die Goldscheiben noch im Jahre 1952 bei Rigolierungsarbeiten, als er seinen Acker für Setzlinge vorbereitete. Nach seiner Erzählung lagen die beiden gelben Scheiben in der Tiefe des zweiten Spatenstiches (50 cm), Skelettreste oder ein Skelett fand er nicht; der Spaten lieferte in unmittelbarer Nähe der Goldscheiben nur kleine durchbrannte Erdschollen ans Tageslicht. Die Scheiben nahm er mit nach Hause und verschloss sie in einer Truhe. Sein Sohn, der in der dortigen Spiritusfabrik arbeitet, interessierte sich für den Fund und schickte sich an, die beiden Stücke mit Salzsäure zu untersuchen, um festzustellen, ob sie aus Gold sind. Da ihn sein Versuch nicht restlos überzeugte, meiselte er aus der einen Scheibe ein kleines Stück heraus, um es im Juveliergeschäft von Zalaegerszeg untersuchen zu lassen. Das Uhrund Juveliergeschäft von Zalaegerszeg erwarb 1958 die beiden Scheiben in Gewicht von 140 Gramm für 25 Forint je Gramm und für den gleichen Preis überliess die Zentrale der staatlichen Uhr- und Juveliergeschäfte die beiden Scheiben dem Historischen Museum. Erste Scheibe. Ihr Dm beträgt 125 mm, ihre Stärke 1 mm. Die Verzierung der Mitte besteht aus drei in einem Dreieck angeordneten kegelförmigen Buckeln von je 42 mm Dm. Der Rand ist rings mit drei getriebenen Perlenreihen verziert. (Taf. VI, 1; VII, 1.) In oberen Segmentdrittel befindet sich eine keilartige Verzierung aus doppelten Punktreihen deren Basis sich auf den Innenkreis der Randverzierung stützt, während ihre Spitze gegen die Scheibenmitte gerichtet ist. Von den beiden keilartig zusammenschliessenden Schenkeln schliesst sich der innere dem Randmuster an der äussere endet in einem Fuss, der von einer 6 mm langen doppelten Punktreihe gebildet wird. Das Segment wird durch zwei einander schneidende Punktreihen in vier Felder geteilt, in deren drei je vier Punkte ein schiefes Viereck bilden. Diese Verzierungen wiederholen sich an der Aussenseite der keilartigen Punktreihe über den Fussteilen in kleinerem Muster. Die gut erhaltene Scheine ist von vier Löchern bzw. von je zwei bei den äusseren Enden der schiefen Kreuze durch1 Patay P., Arch. Ért. 85(1958) S. 43-45.; Den., Arch. Ért. 86(1959) S. 94.