Folia archeologica 12.

Zs. Csalog: Fragment eines Bronzezeitlichen Korbes aus Tószeg

Fragment eines bronze^eitlichen Korbes aus Tószeg 25 unter dem Geflecht lagen Keramiken vom Nagyréver Typus, und über ihm war Hatvaner Fundmaterial. 5 Demnach darf unser Korb auf das Ende der ersten Periode der Bronzezeit datiert werden. Die Bedeutung des Fundes liegt darin, dass die ältesten bisher bekannten Funde von Rutenflechtarbeiten (Wickerwork) der mitteleuropäischen späten Bronzezeit angehören. 6 In Anbetracht der grossen Zahl der schweizerischen Geflechtfunde, dürfen wir mit Wahrscheinlichkeit annehmen, dass im schwei­zerischen Gebiet diese Technik weder im Neolithikum noch in den früheren Zeitabschnitten der Bronzezeit tatsächlich gelebt hat. 7 Doch auch aus Nord­europa sind uns dem unsrigen ähnliche Funde nur aus der Eisenzeit und nicht von früher her bekannt. 8 Ihre Bedeutung im Nahen-Osten ist bis zur Neu­zeit gering. Das Grundelement der Technik, der aus zwei Fäden gewundene Ring, „Zwirnbindung" der die Kettenfäden zusammenhält, ist jedoch im nco­lithischen Material der Schweiz bereits bekannt und ebenso tritt als gelegent­liches ergänzendes Element, das Rutenrohmaterial in Erscheinung. 9 Jene ent­wickelte Form der Rutenflechtarbeit aber, der heute sowohl in der europäi­schen Industrie als auch in dem vom Volk geübten Hausgewerbe die grösste Bedeutung unter allen Flechttechniken zukommt, meldet sich zum erstenmal mit dem Fund von Tószeg. 1 0 ZSOLT CSALOG 5 Mo^solics A., Acta Arch. Hung. 2(1952) S. 48. 6 Zürich-Alpenquai usw. Vogt , E., Geflechte und Gewebe der Steinzeit. Monographien zur Ur- und Frühgeschichte der Schweiz 1. (Basel 1937) S. 3. 7 Clark, G., Prehistoric Europe. The Economic basis. (London 1952) S. 231. 8 Crowfoot, G. AL, Textiles, bascetry and mats. In: Singer, C. —Holmyard, E. J. —Ha/l, A. R., A history of technology. I. (Oxford 1954) S. 414 ff. 9 Vogt, E., а. а. О. 1 0 Pfeiffer , L., Beitrag zur Kenntnis der steinzeitlichen Korbflechterei. ZfE 42(1910) S. 369 — 380. In diesem Artikel, ferner in mehreren anderen Arbeiten versucht der Autor, ausge­hend von der Untersuchung von Stein- und Knochengeräten, die Existenz der Korbflechterei auch in der neuere Steinzeit nachzuweisen. Seine Arbeit weist einerseits Fehler in der Methodik auf, andererseits stehen seine Ergebnisse in entschiedenen Widerspruch zu dem von den effek­tiven Geflechtsüberresten erbrachten Zeugnis. — Die Frage der aus dem schweizerischen Wet­zikon stammenden, angeblich dem Pleisthozen angehörenden Geflechte wurde von der Litera­tur der Geschichte der Technologie nach vielen Diskussionen fallen gelassen. Zusammenfassend vgl: Baer, W.-Hellwald, F., Der vorgeschichtliche Mensch. (Lpzg. 1880) S. 101-105. - Die vorgeschichtliche Literatur erwähnt sowohl bei uns als im Ausland des öfteren Mauerverputz­stücke, an denen sich Abdrücke von Zaungeflechten erhalten haben. Da es sich aber in den meisten Fällen um weder abgebildete, noch in Museen eingelieferte Stücke handelt, sondern nur um fakti­sche Mitteilungen an Ort und Stelle gemachter Beobachtungen, ist diese Frage schwer kontrol­lierbar. Jedenfalls erwiesen sich jene, aus einheimischem Material stammenden Stücke, die ich Gelegenheit hatte zu untersuchen, ohne Ausnahme als Verputzstücke von Rohrwänden. Auch in der ausländischen Literatur findet man die ältesten auf Zaungeflechte bezüglichen authenti­schen Daten erst aus der Eisenzeit. — (Bulleid, A. —Gray, H. St. G., The Glastonbury Lake Vil­lage. (Glastonbury 1911) Taf. LVII. etc.)

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