Folia archeologica 11.

P. Lipták: Anthropologische Funde von Ócsa aus der Sarmatenzeit

ANTHROPOLOGISCHE FUNDE VON ÓCSA AUS DER SARMATE NZEIT Im Gebiet von Ocsa, zwischen Ócsa und Inárcs (in der Ómért-Flur) nah­men im Herbst des Jahres 1957 Frau A. Salamon und Gy. Török fundrettende Ausgrabungen vor, als dessen Resultat 3 fragmentarische Schädel — in einem Fall mit Skelettknochen — zum Vorschein kamen. Zwei Funde waren Spora­disch, in einem Falle (Grab 4) ist auch der Zusammenhang mit den Beigaben bekannt. Das für bedeutend anzusprechende archäologische Material ist von A. Salamon bearbeitet worden, 1 die das Alter des Gräberfeldes auf die Jahrzehnte der Wende des III. Jh. legte. Bei der Untersuchung des anthropologischen Fundmaterials war ich zwar bestrebt je mehr Maßangaben aufzunehmen, doch mußte ihre Zahl — infolge des stark beschädigten Zustandes -— bedauerlich verringert werden. Von den auch in meinem früheren Abhandlungen angewandten Maßen und Indizes führte ich nur diejenigen in der Tabelle 1 an, die aufnehmbar bzw. berechenbar waren. Dadurch läßte sich die Unvollständigkeit der Tabelle erklären, was dem Üblichen abweicht. Zur Erleichterung des Vergleiches gebe ich die feststellbaren wichtigeren Merkmale gleichfalls in einer Tabelle (Tabelle 2) bekannt. Mit Rücksicht darauf gehe ich weiter unten bloß auf eine kurzgefaßte Charakterisierung des Untersuchungsmaterials ein und befasse mich vielmehr mit solchen Eigenartigkeiten, die aus der obigen Tabelle nicht hervorgehen. Hier soll erwähnt werden, daß das hierauf beziehende anthropologische Material in der Anthropologischen Abteilung des Natur­wissenschaftlichen Museums von Budapest aufbewahrt wird, und die ange­führten Inventarnummern dem entsprechenden Inventarbuch der Abteilung entstammen. Nr. 9997. Sporadischer Fund. — Fragmentarischer Schädel (calvarium) ohne Unterkiefer, mit einer während der Ausgrabung entstandenen Stirn­verletzung. (Taf. VIII.) Der Schädel ist dickwändig, aber das Relief nicht gegliedert, rührt wahrscheinlich von einer Frau mit kräftigem Körperbau her. Die endokraniale Obliteration der Hauptschädelnähte ist in fortgeschrit­tenem Stadium. Infolge des Fehlens der Okzipitalregion ist die metrische Feststellung des Schädelindexes nicht möglich, scheint von dolichomorphem Charakter zu sein. Skelettknochen sind nicht geborgen. Die großen Maße und die relative Massivität des Schädels legen den Schluß nahe, daß der Fund aller Wahrscheinlichkeit nach den durch große Gestalt und schmales Gesicht charakterisierten dolichomorphen Typus 2 vertritt. 1 Salamon A., FA 11 (1959) S. 75—89. 2 Die ausführliche taxonomische Analysierung dieses Typus ist in meiner unlängst er­schienenen Arbeit zu finden: Lipták P., Acta Arch. Hung. 8 (1958) S. 229—233.

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