Folia archeologica 11.
Á. Salamon: Sarmatische Funde in Ócsa
Sarmatische F wide in Ócsa 85 Jahrhunderts, 4 1 und datiert das Gräberfeld von Szentes-Zalota eben auf Grund der Ohrringe, die in den Gräbern 1 und 2 vorhanden sind, ebenfalls auf die Mitte dieses Jahrhunderts. 4 2 Wir wollen nicht bezweifeln, daß Ohrringe mit Karneolperlen auch in der Mitte des 4. Jhs. erscheinen mögen. Aber die Tatsache, daß ein solcher in Grab 4 in Ócsa mit einem Beilanhänger zusammen zu Tage kam, und daß es im Streufundmaterial des Gräberfeldes einen Torques Typus I. gibt (in die Silberfibel mit umgeschlagenem Fuß und oberer Sehne eingehackt), beweist, daß der Typus schon um die Jahrhundertwende des 4. Jhs. üblich war. Diese Feststellung wird durch das Grab 19 in Szeged-Öthalom unterstützt, 4 3 wo dieser Ohrringtypus mit Beilanhänger und Torques Typus I. zusammen erscheint. 4) Eine bedeutende Ergänzung der sarmatischen Frauentracht sind die Perlen. (Taf. V. 7—10, VII. 5—7.) Neben den bunten runden und bikonischen länglichen Perlen aus Glaspaste, den tonnenförmigen Chalzedon- und prismatischen Karneolperlen mit abgeschliffenen Enden 4 4 erscheinen in dieser Zeit zwei weitere Typen, die vielleicht unbedeutend erscheinen mögen: die kleinen, flachen, runden Bernstein- und die „melonenkernförmigen" Glasperlen. 45 Die kleinen Bernsteinperlen sind auch im ersten Abschnitt der Periode III sozusagen gang und gäbe, 4 6 die melonenkernförmigen jedoch bereits seltener. In größter Menge erscheinen diese letzteren vielleicht im Gräberfeld von Szentes-Zalota, 4 7 doch sehen wir sie auch im Grab 5 des Gräberfeldes Ernőháza-Pape, in Begleitung kleiner, flacher, runder Bernsteinperlen. 4 8 Párduc£ datiert das Grab auf die zweite Hälfte des 2. Jhs. 4 9 Wir sind der Meinung,, daß das Grab 5 — das auch anders orientiert, als die übrigen ist •— wie auch Grab 2, das ebenfalls aus dieser Gruppe herausgenommen wurde —, auf einen späteren Zeitpunkt zu setzen ist, und dieselbe Periode, wie das KollingerGräberfeld erreicht. 5 0 Bei der Aufzählung der Perlentypen aus den sarmatischen Gräbern in Szeged-Öthalom können wir diesen Typus mit den „herzförmigen kleinen Glasperlen" identifizieren. Bemerkenswert ist, daß melonenkernförmige Perlen, ebenso, wie rhombenförmige Anhänger, auch in einigen 4 1 Ders., Sarmatenzeit III. 240. 4 2 Ders., а. а. O. 245. 4 3 Varázséji G., а. а. О. 326. Wie M. Párducz freundlicherweise mitgeteilt hat, wurde das Gräberfeld auch nach 350 gebraucht. 4 4 Hinsichtlich der Verbreitung der Karneolperlen s. Harmatta J., Arch. Ért. 77 (1950) 10. 4 5 Párducz M., Sarmatenzeit III. 243. zählt die charakteristischen Perlen dieser Gruppe auf, und rechnet die melonenkernförmigen nicht zu ihnen. Wir müssen bemerken, daß die awarenzeitlichen melonenkernförmigen Perlen auch in der Farbe von den sarmatischen verschieden (die sarmatischen sind blau, nur selten weiß), und auch anders geformt sind. Das breite Ende ist bei ihnen immer herzförmig ausgebildet und der Grat, der in der Mitte verläuft, ist stärker, als bei dem awarischen Typus. 4 6 Ders., Arch. Ért. 78 (1951) 25. Der Verfasser ist infolge ihres Erscheinens im Gräberfeld von Szeged-Mórahalom der Meinung, daß sie für die zweite Hälfte des 4. Jhs. charakteristisch, sind. " Csallány G., а. а. О. 50—55. 4 8 Párducz M-> Arch. Ért. 1940. 261. 4 9 Ders., a. a. O. 268. 5 0 Ders., a. a. O.