Folia archeologica 11.

Fitz Jenő: A langobárd — obius betörés i. sz. 166/167-ben

Der Einbruch der Langobarden und Obier in 166/167 u. Z. 71 DER EINBRUCH DER LANGOBARDEN UND OBIER IN 166/167 U. Z. Die Bearbeitung 1 der in Kálóz (Komitat Fehér) erschlossenen zwei ger­manischen Reitergräber beleuchtet von einer völlig neuen Seite her den Kriegs­zug der zu Beginn des Markomannenkrieges nach Pannonién einbrechenden Langobarden und Obier. Die Geschichtsforschung stützte sich bisher einer­seits auf den Bericht des Dio Cassius 4 (siehe Abb. 13), anderseits auf die Erkennt­nis von E. Ritterling, daß der bei Dio erwähnte Vindex mit dem in der In­schrift CIL VI 1449 vorkommenden M. Marcinius Avitus Catonius Vindex identisch ist, der im ersten Abschnitt seiner Laufbahn Präfekt der ala I Ulpia contariorum < x > (in Arrabona) und der ala III Augusta Thracum (in Adiavum) war 5 (den vollständigen Text s. auf S. 61 — 62. angeführt). A. Alföldi faßte die geschichtlichen Ereignisse folgendermaßen zusammen: „Dieser plötzliche Überfall dürfte über das Tal der Waag herangestürmt sein, hielt aber auch alsbald inne, nachdem sie irgendwo in der Gegend von Komárom auf das südliche Ufer übergesetzt hatte: es war im ganzen eine Schar von 6000 Mann, die von der bei Brigetio (Szőny) stehenden Legion und den aus Arrabona (Győr) und Azaum (Füzitő) herbeigeeilten Reitertruppen gleich beim ersten Zusammenstoß zermürbt wurde." 6­7 Die Forscher vertraten ver­schiedene Meinungen hinsichtlich dem Verhalten den an der Grenze wohnen­den Völker. Nach Zwikker ließen die Grenzvölker die Angreifer durch ihr Gebiet ziehen und leisteten ihnen sogar Hilfe 8. A. Alföldi versucht den freien Durchzug mit der Abwesenheit der männlichen Bevölkerung zu erklären". Das Grab des quadischen oder dakischen Kriegers in Kálóz läßt dagegen gar keinen Zweifel mehr darüber zu, wie sich die Grenzvölker in Wirklichkeit verhielten: sie gewährten den Eindringlingen nicht nur freien Durchzug durch ihr Land, sondern nahmen selber aktiv teil an der Bestürmung Pannoni­ens. Was die Einbruchsstelle, die Richtung des Ansturms und endlich die vernichtende Schlacht betrifft, so haben wir zur Klärung dieser Fragen den Fund von Kálóz als Ausgangspunkt zu nehmen. Die plötzlich über den Donau­strom setzenden germanischen Verbündeten dürften den Boden Pannoniens östlich von Brigetio und kaum zwischen Arrabona und Brigetio betreten haben, im letzteren Fall hätte sich ihnen nämlich die legio I adiutrix in den Weg stellen können. Die am Ufer verteilten Auxilien vermochten die Ger­manenschar nicht aufzuhalten, die also der Hauptverkehrslinie (Brigetio­Sopianae) 1 0 entlang unbehindert über Floriana und Gorsium bis nach Kálóz, das an der nach Sopianae führenden Straße lag, vordringen konnte 1 1. Die Verlegung des Schauplatzes der Schlacht nach Pannónia Inferior gibt dem am 5. Mai 167 — also nicht lange nach dem feindlichen Einbruch — erlassenen Militärdiplom 1 5 einen ganz neuen Sinn. Das Diplom verkündet Entlassungen von Veteranen und zwar aus dem gesamten Gebiet der Provinz; es sind indessen fünf Hilfstruppen in der Aufzählung ausgelassen. Es ist keines­wegs unwahrscheinlich, daß die stattgefundene emissio als eine Belohnung gerade für jene Truppen bestimmt war, die am Sieg über die Langobarden teilhätten 1 8. (Vergl. Tafel auf S. 64.)

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