Folia archeologica 11.

A. Kerényi: Gruppierung der Barbarenmünzen Transdanubiens

58 Л . Kerényi für die Darstellungsart sind auf der Vorderseite das sich an den Kopf in getrenn­ten Strähnem und wellig nach hinten schmiegende Haar und der Bart in dem rechtsgekehrten Gesicht, auf der Rückseite der nach links gewendete Reiter mit offenen Armen und einem, in grossem Bogen über den Kopf nach rückwärts verlaufenden Helmkamm, ferner der stilisierte Pferdekopf, der dreifache Ring am Hals des Pferdes, unter dem Schwanz die Kugel, an den Beinen über den rundlichen Hufen nach rückwärts gebogenen Klauen, vor der Brust des Pferdes ein Halbmond und unter dem Bauch ein, dem liegen­den Achter ähnliches Zeichen. Die Münzen wurden in zwei Grössen geprägt einen Teil von ihnen machen die den Tetradrachmen entsprechenden grösseren Exemplare mit einem Durchschnittsgewicht von 12,5 gr. aus, den anderen Teil bilden die Kleinmünzen. Ursprünglich wurde auch diese Münzgruppe unter Beachtung der all­gemeinen Übung aus Silber hergestellt. Mit der Zeit wurde das Rohmaterial immer schlechter, bis man schliesslich die Münzen aus reinen Bronze prägte. Der Umstand, dass man zuerst Silber verwendete und erst nach allmählicher Verschlechterung die Verwendung von Bronze üblich wurde, kann als Beweis dafür dienen, dass der Typ lange Zeit hindurch in Umlauf war. Aus chronolo­gischen Gründen sind im Zusammenhang mit diesem Typ die Bronzegepräge von ausserordentlicher Wichtigkeit. Zum Teil sind diese Bronzemünzen so schlecht, dass Göhl zu der Schlussfolgerung kam, dass sie wenigstens zum Teil durch Guss hergestellt wurden, zumal ein ansehnlicher Teil stark oxydiert, förmlich verbrannt ist, Blähungen, und somit ganz rohe Oberflächen aufweist. Das alles ist aber nur eine Folge dessen, dass der Fund in feuchtem, torfhaltigern Boden gelegen ist. Wir wissen, dass Bronzemünzen auch bei anderen barbarischen Münz­gruppen vereinzelt auftraten, im Zusammenhang mit der Barbarenprägung der osteuropäischen Gebiete kennen wir aber nur zwei geographische Gebiete, wo die Münzung von Bronze allgemein üblich war. Das eine Gegend ist eben das Verbreitungsgebiet des Regölyer Typs, das andere liegt im Kreis der siebenbürgischen Sciphati. In Zusammenhang mit den Regölyer Münzen fragt man sich natürlich, warum wohl diese Völkergruppe entgegen dem all­gemeinen Brauch sich von der Silberwährung losgesagt hatte und zur Bronze­wänung übergegangen war? Um die Frage vollauf zu verstehen bedarf es der Erwähnung einer anderen Münzgruppe, welche im Raum zwischen der Drau und der Save, in der Umgebung von Eszék ihre Heimat hätte. Typolo­gisch zwar ohne jeden Zusammenhang mit dem Typ von Regöly, zeigen sich in der Entwicklung der Eszéker Gruppe gar manche Analogien zu der Entwicklung des vorliegenden Typs. Auch in diesem Fall sehen wir zuerst aus Silber geprägte gute Münzen im Lauf einer allmählichen Verschlechterung sich in Bronzegepräge um wandeln. Im Süden hat der Regölyer Typ diese Gruppe zum allernächsten Nachbar, folglich musste die Entwicklung des Eszéker Typs unbedingt auch auf die des Typs von Regöly eingewirkt haben. Unter den im Gebiet der Münzstätte von Szalacska 2 2 gefundenen 8 Bar­barenmünzen gehört das dort beschriebene Exemplar Nr. 8 zu denen, die wir aus dem Fund bei Gyurgyevác bereits gut kennen. Dieser Typ ist im 2 2 Göhl Ö., NK 6 (1907) 47 ff.

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