Folia archeologica 11.

Temesváry Ferenc: Egy magyar puskaműves család élete és működése

226 F. Temesváry 1827 und 1829 erzeugt wurden; die Zeit der dritten Aufschrift: Kirner György Pesten" (Georg Kirner in Pest) umschliesst die Jahre 1827—1832, die Zeit, die der Gründung der Gesellschaftsfirma voranging. Im Jahr 1832 werden nämlich die Waffen bereits mit der Aufschrift „Kirner és fia", bezw. „Kirner és Fija" (= Kirner u. Sohn) versehen. Nach 1832 kam der Betrieb plötzlich zu etwas Kapital und es wurde möglich, die Produktion auf breiterer Basis zu organisieren. Im; Jahre 1841 wurde das Unternehmen neuorganisiert und neue technische Verfahren einge­führt. Die im Jahre 1842 veranstaltete ungarische Gewerbeausstellung brachte dem Büchsenmacher Kirner den ersten Erfolg ein. Im Jahre 1846 wurde der Meister mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Im Jahre 1847 starb Georg Kirner und der Sohn übernahm die Leitung des Unternehmens, das im Jahre 1848 grosse Verluste wegen der Expropriation der Lager erlitt. In den Jahren 1850—51 liess Kirner die Firmenbezeichnung „Kirner és Fia" entfernen und benutzte von da an auch auf den Waffen die Aufschrift „Kirner József Pesten". (Joseph Kirner in Pest.) In den Jahren 1851—1852 wurden seine Produkte auch auf den Weltausstellungen bekannt. Der Sohn Joseph Kir­ners, Joseph Kirner d. J., hatte sich bis dahin bereits grosses Ansehen in fachmännischen Kreisen erworben. Er bereiste das Ausland, um die neuesten Waffenmeisterstücke eingehend zu prüfen. Nach 1861 beschränkte der ältere Joseph Kirner seine Tätigkeit im Unternehmen und starb im Jahre 1869. Seit 1869 bemühte sich Joseph Kirner, selbst vor grossen finanziellen Opfern nicht zurückschreckend, um die Herstellung von Patronen neuen Typs. Er besprach sich mit Wiener Waffenfabrikanten über die Erhöhung der Waffenstandfestigkeit. Im Jahre 1869 erwarb er, wie dereinst sein Vater, das Recht der Schiesspulverlagerung und erwirkte zugleich, dass die ihm zugeteilte jährliche Schiesspulvermenge auf ein Zentner erhöht wurde. In dieser Zeit wird von ihm bereits als vom kaiserlich-königlichen Hofwaf­fenmeister gesprochen. Im Jahre 1869 wurde ihm „das kaiserlich-königliche Patent für die verbesserte Lancasterbüchse mit Zentralzündung im Einver­nehmen mit dem kaiserlich-königlichen Handelsministerium auf zwei Jahre verlängert." Im Jahre 1873 erschien Kirner auf der Wiener Weltausstellung, wo er sich mit seinen Produkten grosse Anerkennung erwarb. Im Jahre 1877 begab sich sein ältester Sohn nach Birmingham, um die englische Waffenindustrie aus nächster Nähe kennenzulernen. Im Jahre 1880 eröffnete Kirner eine Niederlage in Wien I. Bezirk, Seiler­gasse 4. Zwischen dem 29. Mai und dem 4. Juni 1905 überliess der alte Meister das Unternehmen Johann Pirk. Das aus der Werkstatt stammende Waffenmaterial gestattet uns, die an den Waffen während eines Zeitraums von drei Generationen eingetretenen Veränderungen hinsichtlich Form und Mechanik Schritt für Schritt zu ver­folgen. Eine besondere Aufmerksamkeit ist der Laufbohrung, der Art der Montierung, der Ausbildung des Schaftes, sowie den Veränderungen der Abzugs Vorrichtung gewidmet. Georg Kirner stellte das Material der Büchsenläufe teils selber her, teils beschaffte er es sich aus dem Ausland. Der ältere Joseph Kirner verwendet seinem Vorfahr gegenüber auch schon Stahlläufe.

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