Folia archeologica 6. (1954)

Idegen nyelvű kivonatok

211 liches Erlebnis als Grund seiner Darstellung. Diese Vermutung ist von einem ehemals im Familienbesitz sich befindenden Ölbilde beglaubigt. Der Unter­schied der beiden Werke ist mit der Verschiedenheit des Lebensalters des Dargestellten und im verschiedenen technischen Können der beiden Meister zu deuten. Die ungarischen Bildnisse Egidius Sadeler's sind nicht nur durch die dargestellten Persönlichkeiten namhaft, sondern auch durch die geschicht­lichen Ereignissen, zu denen sie in Beziehung stehen. Gy. Rózsa: Bemerkungen zu einigen Fragen der unga­rischen historischen Ikonographie. In der wertvollen histo­rischen Sammlung von Lajos Ernst befand sich ein Ölgemälde, das als das Bildnis des grossen ungarischen Dichters und Feldherrn Miklós Zrínyi galt. Das Bild, das wir allerdings nur von einer Reproduktion kennen, stimmt trotz einiger Ähnlichkeiten nicht mit den anderen authentischen und zeitgenös­sischen Bildnissen von Miklós Zrínyi überein. Das Bild wurde, wie sich dies feststellen lässt, mit Benützung des Porträts eines unbekannten Mannes, das sich in der Historischen Bildergalerie befindet, und einzelner Motive eines Zrínyi darstellenden Kupferstiches, der von Balthasar Moncornet her­ausgegeben wurde, erst im XVIII. Jahrhundert, also nach dem Tode des Dichters gemalt. Drei Bilder des in Deutschland tätigen, hervorragenden böhmischen Porträtmalers Johann Kupezky wurden früher als Bildnisse von Franz Rákóczi I., beziehungsweise seines Sohnes Franz Rákóczi II. gehalten. Das erste Bild, das einen Kuruc (Held der ungarischen Freiheitskriege) dar­stellt, befindet sich im Museum der Bildenden Künste in Budapest. Es wurde durch den Titel des Kupferstichs von P. Westermayer vom Ende des XVIII. Jahrhunderts mit dem Porträt von Franz Rákóczi I. identifiziert. Die andere Komposition bildet einen alten ungarischen Adeligen ab und wurde durch das Schabkunstblatt des B. Vogel vervielfältigt. Das dritte Gemälde ist ein männliches Bildnis, das nur von einer Photographie bekannt ist. Der Ver­gleich mit den authentischen Bildern der beiden Rákóczi macht es unmöglich, die Gemälde Kupezky's mit diesen Mitgliedern der fürstlichen Familie zu identifizieren ; übrigens schliessen dies auch die historischen Daten aus. Vom Komitat Pest wurde beim Wiener Maler Peter Krafft ein monumentales Ölgemälde des deutschen Kaisers und ungarischen Königs Franz zum Gedächtnis des Treffens der Herrscher der »Heiligen Allianz« und ihres Pester Aufenthaltes bestellt. Nach dem Bilde, das in der Historischen Bilder­galerie aufbewahrt wird, verfertigte Karl Rahl einen Kupferstich. In dersel­ben Sammlung befindet sich eine Zeichenstudie zu dem Gemälde, die bis jetzt als die Arbeit eines unbekannten Meisters galt. Diese Kreidezeichnung ist die einzige Zeichnung des Malers, die in Ungarn bekannt ist, während die Historische Bildergalerie sieben Gemälde dieses Meisters besitzt Ein Aquarell aus dem Jahre 1843 des aus Potsdam gebürtigen und in Ungarn sesshaften Friedrich Lieder erwarb die Historische Bildergalerie durch Kauf. Das' Aquarell bildet den Landtagsabgeordneten Páí Motesiczky ab. Das mit diesem vollkommen übereinstimmende Ölgemälde befindet sich schon seit längerer Zeit in derselben Sammlung und wurde allgemein als das Werk eines unbekannten Meisters behandelt. Somit besitzen wir weitere zwei Bilder in ungarischen öffentlichen Sammlungen, die auf die Tätigkeit Lieder'» etwas Licht werfen. 14* %

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