Folia archeologica 3-4.

Alföldi András: Antik ábrázolások az euráziai lovaspásztorok kulturalkatának ismeretéhez

181 ALFÖLDI: ANTIKE DARSTELLUNGEN ZUR KENNTNIS DER KULTUR DER REITERHIRTEN klargelegt haben, dass das Anbieten des Kelches in Eurasien sowohl als zeremonieller Vorgang im Verkehr mit den Regenten, wie auch als Ritus in dem Umgang mit den Gottheiten ver­breitet gewesen ist. So werden wir auch die Darstellungen auf skythischen Objekten und ihre Nachläufer auf thrakischen kaiserzeitlichen Votiv­reliefs besser verstehen, die eben die verschie­denen Spielarten dieses Rituals zum Gegenstand haben. Schon M. Rostovtzeff hat sie in seiner Abhandlung über die Idee der Königsmacht in Skythien und dem Bosporus vereinigt. 4 9 Der grosse Gelehrte sah in diesen Szenen «the of­fering of the holy communion»; doch sehen wir jetzt, dass es sich nicht um die mystische Über­tragung der Königsgewalt und ähnliches han­delt, sondern um eine eigenartige Ehrenbezeu­gung der Steppenvölker. Wir möchten nur einige Beispiele aus dem durch Rostovtzeff zusammengetragenen Material kurz kennzeichnen. Auf dem Relief des Rhyton­beschlags von Merdzany 5 0 thront in der Mitte die grosse Göttin, neben ihr ist ein Pferde­Budapest 4 9 M. Rostovtzeff, Izvestija (Bull, de la Comm. impér. archéologique) 49, 1913, 133 ff. Leider konnte ich diesen Aufsatz gegenwärtig nicht erhalten und be­nützte nur den Auszug seiner Ergebnisse durch den Vf. selbst in: Iranians and Greeks in South Russia, 1922, 104 ff. Vgl. noch ds„ Skythien u. der Bosporus 1, 320. 326 f. 5 0 Abgebildet in dem eben angeführten Aufsatz von Rostovtzeff und Ds., Iranians and Greeks Taf. 23, 2. M. Ebert, Reallex., 13 Taf. 29 A. 5 1 A. A., Nyelvtudományi Közlemények 50, 1936, 5 ff., bes. 10. 5 2 M. Rostovtzeff, Mémoires présentés par divers savants ä l'Acad. des Inscriptions et Belles-Lettres XIII 2, 1923, '385 ff. 5 3 Die Photographien der Abb. 7—9. verdanke ich dem Bulgarischen Nationalmus. Die Votivtäfelchen von Razgrad hat G. Kazarow veröffentlicht. Arch. Anz. 1922, 184 skk. Vgl. D. Tudor, Eph. Dacorom. 7, 1937, 226 skk. schädel auf der Opferstange, 5 1 — ein charak­teristisches Merkmal der Religion der Reiter­hirten. Rechts nähert sich ein Reiter zur Göttin und erhebt einen Becher zu ihr. Die thrakischen Nachklänge dieser Doku­mente der skythischen Religion — die Zusam­menhänge beider Gruppen hat Rostovtzeff in einer anderen geistreichen Arbeit erhärtet 5 2 — sind nicht minder interessant. Auf einem der Votivreliefs von Razgrad 5 3 (Abb. 7) erhebt der heranreitende Heros sein Trinkhorn gegen den Opfernden; auf einem anderen Bronzeplättchen von ebendaher hat der Heros wiederum das Rhyton in der Hand, aber auch seine Anbeterin vor ihm (Abb. 8). Auf dem Goldring von Bre­zovo (Abb. 9) 5 4 bietet nur die anbetende Frau das Rhyton dem göttlichen Helden an. Wir könnten noch persische Beispiele für die zeremonielle Anbietung des Kelches anfüh­ren; 5 5 so das griechische Vasenbild'-(Abb. 10); andere werden noch mehr Material hinzufügen und hoffentlich auch den geistigen Hintergrund dieser Sitte näher beleuchten können. András Alföldi " В. Fi low, Rom. Mitt. 32, 1917, 4 Fig. 1. Vgl. M. Rostovtzeff, Iranians and Greeks 231 n. 10. — Wie weit dieser Ritus mit der Annahme einer magisch­zauberhaften Wirkung des Rhytons zusammenhängt, wissen wir nicht. Ez wäre sehr lohnend, dies heraus­zuarbeiten. Vorläufig vgl. man dazu: M. Rostovzeff, Animal Style in South Russia and China, 1929. 7 und 14, Anm. 12. Vom Westen her gelangten die Rhyta; mit Tierkopfende nach China; vgl. B. Laufer, Chinese Clay Figures 1914, 167 п. 2.; 168 п. 23.; 169 (fig. 24). Zu den griechischen Rhyta mit Tierkopfende vgl, K. Regling, Blätter für Münzfreunde 1929, Nr. 11 — 12. Wesentliches sagte noch A. M. Tallgren, ESA. 5, 1930, 154 ff. Vgl. noch B. Laufer, а. O. 105, 137 f. 167. M. Ebert, Reallex. 13, 70. L. Frobenius, Erlebte Erdteile 7, 33. 37 ff. 61 ff. Kai Birket-Smith, Ethnolo­gische Studien, 1929, 29 ff. A. F. S. Gow, JHS. 48, 1928, 149 (fig. 7) és 151 (fig. 8).

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