Folia archeologica 3-4.

Radnóti Aladár: A zalahosszufalusi ezüstlelet

116 RADNÓTI: DER SILBERFUND VON ZALAHOSSZÜFALU DER SILBERFUND V' Durch die vorliegende Publikation des Sil­berfundes von Zalahosszúfalu soll ein zerstreu­ter Fund für die Fachliteratur sichergestellt wer­den. Ein sichergestellter Fundzusammenhang ist immer von einem viel grösserem Werte als ein einzelner Fund. András Alföldi publizierte zum erstenmal einen Münzfund von Zalahosszúfalu. 1 Dieser, Fund ist nur ein Teil des sichergestellten Fund­zusammenhanges. Der weitere Teil des Fundes kam erst nach der Publikation Alföldi's zu Tage, und konnte also nicht berücksichtigt werden. Nach Alföldi wurde der Fund in dem Jahre 154 n. Chr. vergraben. Die Fundverhältnisse sind die folgenden. Der Fund wurde in zwei Etappen geborgen, im Jahre 1919, im Hofe eines Wirtschaftsgebäudes des Herrn István Szentkirályi, namens Bocsota­hegy. 2 Man fand zuerst die Bronzemünzen in einem Tongefässe. In mehreren Meter Entfer­nung kam dann, etwas später, der weitere Teil des Fundes zu Tage: Silbermünzen in einem Tongefässe, eine silberne Schale und ein silber­nes Armband. Die Bronzemünzen kamen gröss­tenteils in das Balaton Museum von Keszthely und nur einige Stücke wurden vom National­museum in Budapest erworben. Die silbernen Denare wurden arg zerstreut. Ein kleiner Teil ist im Balaton Museum von Keszthely zu finden, der weitaus grössere Teil verblieb im Besitze des Gutbesitzers, der sie später versilberte und nur einen kleineren Rest behielt. Die Silber­schale und das silberne Armband befinden sich im Besitze des Herrn I. Szentkirályi. 3 Der lange Becken des Balatonsees ist eine tektonische Senkung. Südlich und westlich vom 1 Arch. Ért. 39, 1920—22, 102 f. 2 Zalahosszúfalu existiert nicht mehr als selbst­ständige Gemeinde es wurde Zalaapáti einverleibt. Diese Benennung müssen wir trotzdem behalten, nach­dem ein Teil unseres Fundes in der Fachliteratur unter diesen Namen bekannt ist. 3 Bei dieser Gelegenheit darf ich dem Herrn István v. Szentkirályi, Grundbesitzer in Zalaapáti mei­nen aufrichtigsten Dank sagen. Er hat mir, die in seinen Besitz befindlichen Gegenstände gefälligst zur Verfügung gestellt. Die Fundumstände konnte ich auch an Hand seiner Angaben feststellen. — Die Münzen vom Balaton-Museum zu Keszthely hatten mir die Herren Sándor v. Lovassy, President des Musealvereins und Direktor Béla v. Dornyay zur Bearbeitung über­geben. Besten Dank dafür. N ZALAHOSSZÜFALU See finden wir, dass der Boden Pannoniens durch, beinahe in direkter Nord-Süd Richtung verlau­fenden Talbildungen, durchfurcht ist. Die ein­zelnen Täler werden durch breite Bergrücken voneinander abgetrennt, die noch heute eine starke Verkehrshinderung bedeuten. Dadurch werden die Siedlungslagen längst der windaus­gewehten Täler, determiniert. Die Richtung der römischen Vordringens von Italien aus nach Pannonién verlauft wie die Senkung des Bala­tonsees. Die Militärstrassen, welche die Solda­tenlager der Drau-Linie mit den vorgeschobenen Posten der Donaulinie während der Eroberung verbanden, verliefen längst der beiden Ufer des Plattensees. 4 Diese Militärstrassen sind in den späteren Itinerarien nur teilweise erwähnt, weil der durchgehende Verkehr später eine andere Richtung bekam und das innere Strassennetz der Provinz sich auch schon ausbildete. 5 Wie nun die Lage des Plattensees ausser allen zweifei die Aufmarschstrassen des Militärs determinierte, 6 so gab es Schwierigkeiten westlich davon, wo die schon erwähnten Täler den Aufmarsch er­schwerten und dem Strassenbau ernste Schwie­rigkeiten verursachten. Da aber diese Strassen aus strategischen Rücksichten gerade den kür­zesten Weg suchten, mussten sie die Täler ge­rade vertikal durchschneiden. Die Überquerungs­punkte fallen mit den Furten, der in den Tälern fliessenden Flüsse, zusammen. Der Fundort des 4 A. v. Domaszewski, Westdeutsche Zeitschrift 21, 1902, 180 ff, Taf. III. 5 Die Strassenlinien der römischen Eroberung wurden seit Domaszewski (а. O.) von der weiteren Forschung nicht rekonstruirt. Hauptsächlich übte G. v. Finály detailierte Kritik über die Ansichten Dorna­szewski's (Arch. Ért. 23, 1903, 164 ff; Notizie degli scavi 1914, 415 f), kam jedoch über die früheste Strassenlinien nicht weiter. Die Auffassung Doma­szewski's über die Rekonstruktion des ganzen Stras­sennetzes ist nicht entsprechend (die Benefiziarier­posten), bei ihm fehlt in erster Reihe die Kenntnis des Terrains und hiezu kommt noch der Mangel der ört­lichen Teilforschungen. Aber die Hilfe der örtlichen Forschungen zur Feststellung des pannonischen Stras­sennetzes fehlt auch in der lezten Syntese, vgl. A. Gráf, Übersicht der antiken Geographie von Pannonién (Diss. Pann. I 5) 1936. Die Lücken der antiken litera­rischen Angaben sind zu ergänzen mit der Verbreitung etlicher Funde an den römischen Eroberungslinien. Ich versuchte es in PWRE VII A 1, 82 f «Tricciana»; Arch. Ért. 52, 1939, 268 f. 6 A. v. Domaszewski, а. О. 183 f. Über die Strasse am Südufer s. A. Radnóti, а. О.

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