Folia archeologica 1-2.
László Gyula: Egy régensburgi vállkő
KÖNYVISMERTETÉSEK— BIBLIOGRAPH 1Ё 253 bemutatása szükséges lett volna. A «hiánytalan közlés» természetesen itt is kivihetetlen. Egy-egy palaeolitlelőhelyen a pattintékok százai a maradéktalan közlést meghiúsítják. Szerintünk ez a következetlenség, a magyar őskorkutatás szempontjából, indokolatlannak nevezhető. Budapest. Elismerem, hogy megjegyzéseim nem kerülték el a felvetett kérdések legérzékenyebb rétegét sem, de kötelességemnek tartottam e kritika megírását, azért, hogy a magyar őskorkutatást az öncélúvávállástól és a dilettantizmus elterjedésétől megóvjuk. GALLUS SÁNDOR II. Dr. Nándor Fettich gibt im Vorwort der vorliegenden Arbeit seine Ansicht über eine methodologische Auffrischung der ungarischen altertumswissenschaftlichen Forschung kund. Bevor wir die Arbeit Dombay's prüfen, müssen wir uns daher mit den Darlegungen Fettich's befassen. Nach Fettich's Darlegungen bahnt die Arbeit Dombay's eine Methode an, welche «die klassische Archaeologie, der klassischen Philologie folgend, schon seit langem anwendet». Diese Methode besteht aus folgenden Forderungen: das Material der Fundorte muss restlos publiziert sein, jedes noch so kleine Moment der Fundumstände muss sorgfältig notiert und bekannt gegeben werden, wenn es geht auch eine Rekonstruktion des ermittelbaren originalen Sachbehaltes geboten werden, das publizierte Material muss eingehend und ausführlich bis ins kleinste beschrieben werden. Nach unserer Ansicht ist es ein ganz überflüssiges Beginnen jedes Fundstück eines Fundortes publizieren zu wollen. Wenn wir alles restlos photographieren und publizieren wollen, könnte mann ja zum Beispiel eine praehistorische Ansiedlung nie bekannt machen. Das Material der nie endenden Scherbenstücke, Knochen und Steinwerkzeuge und des immer und immer von neuem auftauchenden ähnlichen Formenvorrates würde das Buch erdrücken. Bei der Beschreibung eines kleineren Friedhofes, wie es Dombay tut, ist die Beibehaltung einer restlosen Wiedergabe der Fundstücke leichter zu erreichen, es stellt sich jedoch auch hier die Frage, ob es einen Wert hat alle ermüdend ähnlichen Fundstücke immer von neuem zu photographieren und zu beschreiben? Derjenige der alles, aber alles publizieren will, fällt in den bekannten Fehler der Spezialforscher. Für den Spezialforscher im schlechten Sinne des Wortes ist alles wichtig, weil im Rahmen seines kleinen Kreises auch das unwichtige kleinste Moment eine erhöhte Bedeutung erlangt. Es ist zu bedenken, ob diese Anforderung der Spezialforschung als die Methode der Altertumswissenschaft im allgemeinen betrachtet werden darf? Den Forderungen des Vorwortes können wir daher nicht beipflichten. Wir müssen auch der Anforderung einer ausführlichen und eingehenden Beschreibung kritisch begegnen. Das publizierte Material darf man nicht mit einer Beschreibung, die nur Selbstzweck ist, versehen. Dies führt zu einem Ballast von unnötigen Worten, das sogar der Spezialforscher überblättert. Das Buch, das Photo und die Beschreibung kann eine Autopsie nicht überflüssig machen. Wichtige Funde sind daher immer im Original zu studieren und bei unwichtigen Funden ist eine minutiöse Beschreibung überflüssig. Der Zweck einer Publikation ist, die Aufmerksamkeit auf ein gewisses Objekt, oder auf einen Fundkomplex zu lenken, oder bei einer synthetischen Arbeit gewisse Fragen zu stellen und sie wohl oder übel zu lösen. Wenn eine Publikation mit guten Photographien ausgestattet ist und alles das beschreibt, was vom Betrachtungspunkt des Autors von besonderer Wichtigkeit ist, oder was aus der Abbildung nicht zu ersehen ist, so hat es seine Schuldigkeit getan. Die Altertumskunde hat im letzten Jahrzehnt die Beschreibung von zusammengehörenden Fundkomplexen in den Vordergrund des Interesses gerückt. Man kann aber ohne eine gewisse Vereinfachung nicht vorgehen. Um das «wie», dieser Vereinfachung klar vor Augen legen zu können, verweise ich auf eine Arbeit Banner's, welches, um einen gewissen Fundkomplex in seiner Ganzheit darstellen zu können, sich auf das Abbilden von Typen beschränkt und ähnliche Exemplare nicht immer von neuem beschreibt und abbildet. (János Banner, Beigaben der bronzezeitlichen Hockergräber aus der Marosgegend. Dolgozatok. Szeged, 1931. S. 25—35). Bei grösseren, synthetisch vorgehenden Werken weise ich auf die Methode von Aberg hin: es werden nur die vom Standpunkt des Autors wichtigen Fundkomplexe in ihrer Ganzheit, Stück für Stück publiziert und beschrieben, das übrige ist flüchtiger behandelt. (Aberg, Bronzezeitliche und früheisenzeitliche Chronologie). Das bisher gesagte, bedeutet selbstverständlich nicht, dass die Altertumswissenschaft ohne jedwede Publikationen, die bis ins Detail alles abbilden und beschreiben, auskommen kann. Diese Monographien sind aber nur dann statthaft, wenn sie einen grossen chronologischen oder kulturhistorischen Wert haben, sich also auch von einem weiterem Horizont aus wichtig erweisen. Eine gewissenhafte und ausführliche Materialpublikation ist auch dann vonnöten, wenn der Autor seine Probleme nur durch Heranziehen eines grossen Beweismaterials glaubhaft lösen kann. Als auf gute Exempel, verweise ich auf die türkische Publikation von Alaca Höyük (Les fouilles d'Alaca Höyük. 1935) und auf die grossartige Publikation der Schachtgräber von Mykéné (Karo, Die Schachtgräber von Mykéné, 1930/ 1933). In den meisten Fällen muss jedoch der Autor eine gut überlegte Auswahl treffen. Der Autor muss wissen, welche Fundkomplexe in ihrer Gänze zu publizieren sind und welche Funde eine Hinweisung auf Typen oder nur eine einfache Fundstatistikbehandlung erheischen. Die Auswahl ist eine hervorragende wissenschaftliche Aufgabe, die eine grosse Materialkenntnis erfordert. Nach unserer Ansicht würde die Methode des alles Publizierenwollens nur denjenigen ein grosses Arbeitsfeld öffnen, die in Ermangelung weiter Kenntnisse, eine Auswahl gar nicht bewerkstelligen könnten. Wenn wir die Arbeit Dombay's betrachten, so müssen wir zugeben, dass er den Anforderungen des