Folia archeologica 1-2.

László Gyula: Egy régensburgi vállkő

217 LÁSZLÓ: BEITRÄGE ZU EINEM REGENSBURGER KÄMPFERSTEIN einige andere Burgen besichtigen. Ihr Alter wird durch die daselbst gefundenen Keramik­fragmenten bestimmt. Ihre Veröffentlichungen werden durch genaue Maasaufnahmen vorbe­reitet. Diese Veröffentlichungen werden berufen sein die Richtungen und Wege dieser magya­rischen Streifzüge genauer festzulegen, was un­somehr erwünscht ist, da wir in den frageste­henden Gebieten bislang jedwede archaeolo­gische Funde vermissen. Ich bin in der Lage mit gütiger Erlaubniss des Herrn Direktor dr. Boll im Folgenden einen, in dem Regensburger Mu­seum sich befindlichen Kämpferstein zu beschrei­ben. Die Motive der Reliefs des Kämpfersteines wurzeln in den Errinerungsbildern der magya­rischen Streifzügezeit. Als man diesen Stein meisselte, dürften in der Errinnerung des Volkes jener Schrecken noch sehr rege nachgewirkt ha­ben, der vor einigen Generationen das wieder­holte Erscheinen der Magyaren hervorrief. Die Lichtbildaufnahmen, die genauen Maase und die übrigen Angaben des Kämpfersteines verdanke ich der Liebenswürdigkeit des Museumkustoses Herrn dr. Eckes. Nach diesen Angaben kam der Stein aus der Nähe des mittelalterlichen Trüm­merschuttes des Schottenkloster zum Vorschein. Sein Material entspricht jenem, aus welchem auch schon die Römer der Umgebung von Re­gensburg ihre Kunstwerke meisselten. Über die Maase des nur in Bruchstücken erhaltenen Stei­nes, ferner über die ergänzten Maase und Form wird der Leser durch das Abb. 1 unterrichtet. In weiterem folgt die Beschreibung der Reliefs: Auf den Abacus läuft ein doppelgeflochtenes Band in Form eines Meanders. Das durch diesen ausgefüllte Feld wird durch eine flache, glatte Leiste eingesäumt. Die bogenförmigen Segmente des Steines sind durch breite Leisten abgeschlossen. Die Reliefs dieser vier Felder werde ich von rechts nach links-gehend be­schreiben. 1. Zopfreiter (Т. I. 1). Dieser ist in die Mitte eines Palmetten-strausses versetzt. Sein Kopf ist ver­hältnissmässig übergross; ein mächtiges Auge seine knollenförmige Nase und sein grosser Mund muten entschieden tierisch an. Von seinem glatten Schädel fällt ein dreiflöchtiger Zopf auf seinem Rücken. In seiner rechten Hand hälter den Zügel. Sein Oberkörper ist durch ein an den Körper fest anliegendes, mit Ärmel versehenes Kleid versehen und geht unter dem Gürtel in Frakkform über. Aus diesem kommt ein bis zum Knie reichender faltiger Kittel zum Vorschein. Vorne befinden sich zwei kräftig herausgearbeitete Falten. Sein Fuss ruht im Steigbügel und trägt einen Ritterstrumpf. Auf dem Pferdekopf ist das Halter gut ausnehmbar. 2. Im Seitenfeld (T. IL 1) erscheint der Zopf­mensch in unverkennbarer Weise wieder. Er sitzt auf den Rücken eines Tieres dessen Kopf er, die Kiefer auseinanderspreizend an sich zieht. Der Zopf ist auch hier dreiflächtig. Der Kopf mutet hier nicht so tierisch an, doch steht auch hier die Verzehrungsabsicht ausser Zweiffei. Sein Auge entspricht jenem des Tieres, sein engärmeliges, an den Körper anpassendes, Kleid scheint bis zur Mitte des Schenkels zu reichen; sein Halsaus­schnitt ist mit einer dicken Schnur eingesäumt. Er stemmt seinen verkrüppelten «Hahnfuss» gegen den Un­terkiefer des Tieres. Das gebändigte Tier hebt seinen linken forderen Fuss hoch. Es ist noch die accentuierte Herausmeisselung des rechten Schenkels hervorzuheben. 3. Schildreiter (Т. I. 2). Seine ganze Kopfform sowie sein kinnloser Unterkiefer, sein grosses Auge und seine knollige Nase verleichen ihn ein rein tierisches Aussehn. Sein Scheitel ist mit eine, durch Spitzen aus­gedrückte, stilizierte Mähne bedeckt. Mit seiner rechten Hand hebt er den Schild hoch, mit seiner linken hält er den Zügel des Pferdes. Sein Oberkörper ist mit den selben engärmeligen Kleid bedeckt, wie jener der übri­gen, auch der Halsausschnitt ist mit einer Schnur eingesäumt. Unter dem Gürtel fällt sein Kleid falten­werfend nach rückwärts und ist auf diesem auch das herunterhängende Riemenende heraussgemeisselt. Unter den mantelförmigen Kleid zeigt sich die nach unten sich verängende Hose des Reiters die an den Fuss­knöcheln wahrscheinlich mit einem Band zusammen geschnürt war. 4. Fragment (Т. II. 2). Die Darstellnung dieses Fragmentes dürfte ursprünglich den unter 2. beschrie­benen Reliefs ähnlich gewesen sein. Die eine Hälfte des Kämpfersteines ist ab­gebrochen, doch lässt sich aus dem erhaltenen Fragment seine ehemalige Form mit ziemlicher Gewissheit rekonstruieren. Alle vier Seiten wur­den mit gleichmässigem Verfahren ausgemeisselt. Seine zwei schmäleren Seiten sind durch zwei einander entsprechende Bogen gebildet. Aus diesen zwei Beobachtungen können wir darauf schliessen, dass dieser kein Zwilligskämpferstein gewesen sein konnte, sondern dass dieser auf einem Kapitell gestanden haben musste. Diese Folgerung hielten wir auch bei der, in Zeichnung ausgeführten, Rekonstruktion vor Augen (Abb. 1). Die auf diese Weise erlangten Maase des Steines sprechen dafür, dass dieser kein grös­seres Wewicht tragen konnte. Seiner Form ge­mäss konnte er auch nicht neben einer Wand gestanden haben. Wollen wir nun seinen Bestim­mungsplatz im Gebäude verstellen, so konnte dieser nur die Tragsäule eines Doppelfensters gewesen sein (Abb. 1. D). Die mühevolle und instruktive Ausarbeitung der Reliefs sprechen dafür, dass dieser Stein keinesfalls irgendwo hoch, etwa auf einen Turm oder Kirchenmittel­schiff sich befunden hätte. Es ist hingegen sehr

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