Nyilas Márta: Pest-Buda a 18. század költészetében (Budapest, 1961)

Orosz- és németnyelvű kivonat

PEST UND OFEN IN DER POESIE DES 18. JAHRHUNDERTS Nach der Wiedereroberung von Ofen im Jahre 1686 blieb an der Stelle der einst blühen­den Stadt nur mehr ein Trümmerhaufen. Innerhalb eines verhältnismässig kurzen Zeitraumes, während des 18. Jahrhunderts entwickelte sich wieder eine blühende Stadt — Buda, mit ihrer am anderen Ufer liegenden Schwesterstadt, Pest. Stufenweise entwickelten sich die beiden Städte zum Mittelpunkt des Handels, des Wis­sens und der Verwaltung des ganzen Landes, — am Beginn des 19. Jahrhunderts auch zum Mittelpunkte der Literatur. Dieser Aufsatz zeigt die Spiegelung dieses Werdeganges in der Literatur. Vom Anfang des Jahrhunderts, von der Zeit der Freiheitskriege der Kurutzen, besitzen wir hauptsächlich Denkmäler aus der Volkspoesie. Von der ersten Hälfte des Jahrhunderts blieb die lateinische Epik — die Metamorphosen —, die künstliche Mythologie der Ordensschulen übrig, die die Entstehung der Städte erklärt. (Schez, Adányi, Raab). Die Entwicklung von Pest und Ofen wird erst unter Maria Theresia und unter Joseph II. (1740—80. u. 1780—1790.) wirklich schwungvoll und erst seit dieser Zeit ist unsere Literatur rei­cher an Pest-Budaer Beziehungen. Fast über jedes wichtige Ereignis der Stadtgeschichte besitzen wir ungarische, lateinische und deutsche Gedichte. Vom Gesichtspunkt der Beschreibung von Pest- Buda aus sind die ungarischen Gedichte von Orczy, Barcsay, Gvadányi und B. Virág, die lateini­schen von Szerdahelyi, die deutschen von Schedius, Schildbach, und Gesellius am bedeutendsten. Es ist interessant, dass die Thematik, die Tongebung der Gedichte in allen drei Sprachen ähnlich ist. Es kam zu dieser Zeit häufig vor, dass ein Dichter in mehreren Sprachen Gedichte verfasste und wir dürfen annehmen, dass sie gegenseitig ihre Werke kannten und lasen. Die ungarländischen Dichter schreiben alle mit grosser Liebe und Entzückung über die Stadt ; Buda bedeutet — ähnlich wie Rom — in der zeitgenössischen Dichtung das ganze Land, es ist das Symbol der vergangenen Herrlichkeit. Es erhielten sich poetische Erinnerungen an die kleineren und grösseren Ereignisse des Städtelebens; an die Versetzung der Hauptämter des Landes, der Universität nach der Stadt, die erste Strassenbeleuchtung, das Erscheinen der Blitzableiter, das Hinaufsteigenlassen der Versuchs­ballone, Strassenschlägereien, Unterhaltungen der Vornehmen und des Volkes. Aber auch die politischen Ereignisse wurden von Gedichten begleitet, wie z. B. die Martinovics-Verschwörung, der Reichstag von 1790, die Vermählung des Palatins Joseph mit der russischen Grossfürstin Alexandra Pawlowna usw. Das mitgeteilte und das zitierte Versmaterial ist vom literarischen und vom ideologischen Gesichtspunkte aus gesehen von gemischtem Wert. Die wirkliche literarische Entwicklung begann erst am Ende der Periode und die ungarische Geschichte des Zeitalters ist mit Gegensätzen belastet. Wir finden inner halb der Werke eines einzelnen Dichters sowohl positive als auch negative Züge. Die Wortführer der kapitalistischen Entwicklung machen in den Fragen der nationalen Unabhägigkeit Konzessionen, die Vorkämpfer der nationalen Unabhängigkeit sind ungeduldig gegenüber den Andersgläubigen und den Landsleuten von anderer Nationalität. 98

Next

/
Thumbnails
Contents