Csepregi Zoltán: Magyar pietizmus 1700-1756. Tanulmány és forrásgyűjtemény a dunántúli pietizmus történetéhez. Budapest 2000. (Adattár XVI-XVIII. századi szellemi mozgalmaink történetéhez 36.)

Forrásgyűjtemény - 100 forrás

Dieser fuhrmann erzehlet ferner, daß er nach der zeit in gewisse erfahrung ge­bracht, daß erwehnte confiscirte schrifften nach dem kayserlichen hof zugesandt wor­den. Si ita, nec sie male! Veritatem Deus per veritatis hostem propagandám saepius fecit. Und kan also der endzweck dieser zugesandten schrifften durch göttliche direction auch bey denen widriggesinnten erhalten werden. Dann daß dieses Saltzburgische werck noch manchem in die äugen leuchten wird, wie Eure Hoch Würden schreiben, das ist ohnstreitig. Blosse mentschen hätten dieses wichtige werck nicht anfangen, viel weniger soweit bringen können, ist aber Gott mit in dem werck selbsten, so wird Gott dabey nicht stille stehen, sondern seine göttliche krafft und mit-würckung noch ferner hier und da sehen und fühlen lassen. Was in Böhmen dißfals kürtzlich passiret, das ist vielleicht schon bekannt, nehm­lich weilen man besorgte das licht des evangelii, dessen feuer auch schon eine geraume zeit in diesem königreich unter der aschen glimmet, möchte eben auf die Saltzburgische art hervorlodern und durchbrechen, alß ist ein angelus lucis, 3 scilicet in dem gantzen land unter dem evangelischen schaaf-beltz herum gewandert, und diejenige leute, von welchen er mit aufgewiesenen evangelischen gebet- und gesangbücher, Bibel und anderen practischen bücher das losung-wort: ich bin auch so gesinnt, heraußgelocket, notiret; da dann nach verfleißung weniger wochen diese arme KpuTTTo-lutherani gefäng­lich eingezogen worden, ohne zu melden die ursach: warum? Doch aber hat der feind der Wahrheit seinen zweck nicht erhalten, dann ehe man 8 bis 18 personen gefänglich eingezogen, ist die ursach kundtbar worden, da dann die übrigen, derer wohl schon etliche 100 sollen gewesen seyn, sich per fugam salviret und auch das ihrige alles im stich gelassen: Gott stehe ihnen und auch uns gnädig bey! Diese außnehmende durchbrüche und dann die bedaurenswürdige und aufeinan­der schnell folgende hinweggeraffung der säulen unserer evangelischen kirchen sind zeichen und merckmahlen, daß die herrliche offenbahrung des Herrn zu dem tag der Vergeltung nicht mehr weit seye. Er, der Herr, mache uns, seine knechte darzu bereit, daß wann die stunde bald herein brechen wird, wir mit unserm langen uns fertig halten und nicht schlaffend, sondern wachend mögen erfunden werden. Inzwischen getreu ist der Herr und wird seinen gepflantzten weinberg ohne treuen und exemplarischen arbei­tern nicht lassen. In dem lieben Würtembergischen gehet auch nicht anders zu, auch da gehet ein treuer lehrer nach dem andern schlaffen, wie dann herr abbt und consistorial rath Weissensee mir nicht ohnlängst geschrieben, daß abermal ein theurer Hochstetter 4 von unserer Würtembergischen kirche durch einen schlagfluß entrissen ist. Dieser Hochstetter war des seeligen herrn doctor Andreas Adam Hochstetters, 5 meines treuge­wesen praeeeptoris in Tübingen, bruder und hat alle ämter seines etlich 80 jährigen vat­ters'' im closter Bebenhaußen nach seinem tode alß general-superintendent, landschaffts assessor, abbt und consistorial rath mit rühm verwaltet und wird sehr bedauret, indem er den edlen Hochstetterischen geist und rare qualitaeten zimlich inne gehabt. Was den seeligen herrn abbt Breithaupt anbelangt, so ist schon war, wie Eure Hoch Würden schreiben, daß wir auch an diesem mann einen wichtigen theologum, besonders aber einen eyfrigen und fleißigen better verlohren haben, welches uns billig zu hertzen gehen soll, und wir hinderlassene dißfals billig ursach hätten, im sack und asche büße zu thun, allein dessen und andrer theuren männern hintritt kan uns auch zum trost dienen, dann

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