Szabó Géza: Geschichte des ungarischen Coetus an der Universität Wittenberg 1555–1613. Halle 1941.
Die Ungarn an der Universität Wittenberg im XVI. Jahrhundert - II. Blüte des Coetus - 5. Die Beziehungen des Coetus zu den Bewohnern der Stadt - Die Beziehungen zu den einfachen Kreisen der Bürgerschaft
rum Dominicalium . . ,“2) An diesen sonntäglichen lateinischen Gottesdiensten, die Melanchthon bis zu seinem Lebensende hielt, nahmen auch die Mitglieder des Coetus Kurfürst August von Sachsen gab in § XI der Universitätsverfassung von 1577 bezüglich der Sprache, in der die Vorlesungen zu halten waren, den Professoren folgende Weisung: „...soviel aber die sprachen ahnlangt, müssen sich die prediger dem gemeinen man zu guet mit deutscher sprach, die professores aber in den academien in linguis eruditis pro captu et utilitate discentium woll üben und so wenig sichs reimet den pauren lateinisch zu predigen, also wolt sich auch nicht schicken in lectionibus deutsch zu reden, sonderlich weil viel fremde mit unter dem häufen seind, als Behmen, Ungern, Siebenbürgen, Pohlen, Dehnen, Schweden, bisweilen auch Lrantzosen, die gar kein deutsch verstehen, deswegen dan die Ordnung professorum und lectionum in facultate theologica nicht leicht zu verbessern“ 3). Die Vertreter der Universität berichten an die ständische Kommission für die Hochschul-Angelegenheiten auf dem Landtag zu Torgau am 12. 2. 1579 über die Wichtigkeit lateinischer Predigten: „Die lectio evangeliorum dominicalium, so bis auf D. Krellen abzug des sonnabents gehalten, ist seinth der zeit in abfall kommen; da doch dieselbige aus wichtigen Ursachen vom herrn Philippo angericht, nemblich das die Hungarn, Poelen, Siebenbürger, Behmen und andere, so die teutsche sprach nicht vorstehen, in die universitet kommen und in die kirchen nicht gehen können, in rechter, reiner christlicher laer underrichtet und also dieselbige in viel frembde nation und kunigreich mochte ausgesprenget, gestift und bekanth gemacht werden“4). Ähnlich betonte auch ein Visitationsbericht von 29.5. 1587 die Notwendigkeit der Wiedereinführung solcher latei. 2) Postilla Melanchthoniana . . . Explicationes piae ac eruditae Philippi Melanchthonis ... in unum quasi corpus collectae a Chri- stophoro Pezelio, Theologiae Doctore. Heidelbergae. Anno CIOÍ3XCIV. Pars. I. Epistola dedicatoria 3—4. und Corp. Ref. Bd. XXIV. S. XXX. 3) DSA. Loc. 10533. fol. 116 und UUW. I. Nr. 380. S. 441. 4) DSA. Loc. 9357. und UUW. I. Nr. 393. S. 469. teil.