Esztergom Évlapjai 1988
István Huszár: Német nyelvű rezümék
EMESE UGRIN. DIE ROLLE VON ARNOLD IPOLYI IM LEBEN DER BILDENDEN KUNST NACH DEM AUSGLEICH Arnold Ipolyi (1823—1886) ist eine der hervorragendsten Gestalten der ungarischen Kulturgeschichte im XIX. Jahrhundert. Als Begründer der vaterlándischen Kunstgeschichte und Volkskundenwissenschaft, des Denkmalschutzes hat er in der ungarischen Kulturpolitik der Jahrzehnten nach dem Ausgleich eine wichtige Rolle gespielt. Am Morgen des Ausgleichs, am 24. September 1867 ist seine Rede an der Grossversammlung der Gesellschaft Sankt Ladislaus hörbar gewesen, in der er als erster die, den Aufschwung der inlandischen bildenden Kunst dienenden Aufgaben programmatisch verfasst hat. Zwar ist seine Rede dem Anlass und der Stelle entsprechend nur auf die Fragen der Kirchenkunst eingegangen, wir können in ihr all die Zielsetzungen und auf Lösung wartenden Aufgaben auffinden, die seine spátere Tátigkeit an der Spitze der Landes-bildkünstlerischen Organe bestimmt habén. Die Verbreitung und der Unterricht der künstlerischen Kenntnissen in den Schulen un in den Hochschul- Institutionen; das Zusammensammeln und Wiederherstellung der Kunstdenkmáler; die Errichtung der Museen; die Begründung der Kunst-Zeitschriften zur Bekanntmachung und Kritik der allgemeinen Mittelalters aufgebaut werden kann. Für ihn ist die Geburt des nationalen Stils mit einer der Bedingungen der nationalen Unabhángigkeit gleich gewesen. Deshalb hat er sich allén zeitgenössischen Werken wiedergesetzt, aus denen die stilschöpfende Absicht fehlte, die in ihrer Themenwahl wurzellos in der ungarischen Kultur sind. Das die Formprobleme des nationalen Stils anbelangt, können wir aus seinen Reden und Briefen auf seine Vorstellung nur folgern. Es scheint so, das die Achtung der künstlerischen Freiheit ihn in deren konkrétén Verfassung zurückgehalten hat. Als Kunsthistoriker, der die Kunst als geschichtliche Quelle behandelt hat, hat er als erster mit Imre Henszlmann die Bedeutung des Mittelalters entdeckt und es aus formellem Gesichtspunkt auch für die zeitgenössische Kunst anerkennenswert gefunden. Seiner Meinung nach aber kann die Gothik in erster Linie bei der Planung der monumentalen Schöpfungen wie das Parlament, die Oper, das Stammhaus der Ungarischen Akademie der Wissenschaften eine grosse Rolle spielen kann, sie ist aber im Falle der Bauobjekte kleinerer Bedeutung ungeeignet. Für die Letzteren hat er die Herausbildung einer neuen Ausdrucksform für nötig gehalten. Im Ernst hat er sich mit der Bebauung der Elemente der Volkskultur in die heimische Architektur und bildende Kunst bescháftigt. Ein eklatantes Beispiel dafür ist das Gebáude der Redoute in Budapest (heute Konzerthalle) (Frigyes Feszi 1859—64), die eine scharfe Kritik aus den Zeitgenossen ausgelöst hat. Die neue Bestrebung volkstümlicher Inspiration hat er nicht nur begrüsst, sondern sich auch persönlich bei der ikonographischen Ausgestaltung der Wand393;