Beke Margit [et al.]: Vitéz János emlékkönyv
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klara csapodi gárdonyi DIE BIBLIOTHEK DES JOHANNES VITÉZ (AUSZUG.) Johannes Vitéz (1408—1472) wurde in der kleinen Ortschaft Zredna, im Komität Körös geboren, und das Geschlecht, dem er entstammte hiess Zrednai. Der Ursprung, oder die erste Erwähnung des Beinamens Vitéz konnte bisher nicht nachweisbar festgestellt werden. Onne Ubertreibung können wir sagen, dass Johannes Vitéz zu den gelehrtesten Köpfen des damaligen Ungarns zählte. Sein Interesse galt dem gesamten Bereich der Theologie, Philosophie, Geschichte, Literatur, Geographie und der Naturwissenschaften die Astronomie inbegriffen). Hinweise aber darauf, wo er seine, für jene Zeit auf höchstem Niveau stehende Bildung erwarb, gibt es kaum. Selbst er schwieg sich derüber aus. Von grösster Bedeutung war aber, dass einer der bedeutendsten Vertreter des italienischen Humanismus, Pier Paolo Vergerio, während des Konzils von Konstanz in die Dienste des Kaisers Sigismund trat, mit ihm nach Ungarn kam und bis zu seinem Tode (1444) da lebte. Er hielt sich längere Zeit auch in Grosswardein auf und übte grossen Einfluss auf die Bildung von Vitéz aus. Es ist mit grosser Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass ein Teil seiner Bibliothek in die Hände von Vitéz gelangte, andere wieder in die corvinische Bibliothek kamen. Das konnte dadurch festgestellt werden, dass es in gewissen Kodexen seine Schriftzüge aufgefunden worden sind. Wir müssen annehmen, dass Vitéz schon in Grosswardein mehrere Bücher vorfand, und ausserdem mehrere mit sich dorthin brachte. Während seines Archiepiskopats in Gran .1465—1472) setzte er seine Tätigkeit, griechische und lateinische Bücher zu erwerben fort, wodurch mehrere ausländische Wissenschaftler angezogen waren und dort einen wahrhaftigen humanistischen Kreis bildeten. Galeotto bemerkte, das Vitéz bemüht war, Ungarn ,,in den Wohnsitz der neuzeitlichen Musen zu verwandeln". Hinsichtlich des Umfangs, der Zahl der Kodexe und Werke in der Vitéz'schen Bibliothek gibt es keine konkreten Angaben, wodurch wir nur auf Analogien und Vermutungen angewiesen sind. Wenn man von der Tatsache ausgeht, das die Corvinische Bibliothek im Todesjahr Matthias (1490) ungefähr aus 2000 — 2500 Bänden bestanden hat, von denen heute ein Zehntel, d. h. 200—215 als authentische Corvinén registriert sind, käme man zu dem Ergebnis, das die Bibliothek von Vitéz kaum mehr als 500 Bücher enthalten haben kann. Aus seiner Sammlung sind nach dem jetzigen Stand unserer Forschungen 36 Kodexe bekannt. Ausserdem sind noch 28 Autoren registriert, über deren Werke die Bibliothek ganz sicher verfügte. Das sind insgesamt 64 Handschriften. Das uns erhalten gebliebene und rekonstruierte Material gibt trotz aller Unvollständigkeit des Bestandes die humanistische Bildung von Johannes Vitéz treu wieder. Wenn wir noch die heute bekannten 39 Kodexe dazu 169