Beke Margit [et al.]: Vitéz János emlékkönyv

Tartalom - Rezümék

domokos kosáry ERÖFFNUNGSREDE DES VORSITZENDEN DER GEDENKSITZUNG In der letzten Zeit hat das Interesse für das mittelalterliche Ungarn von Mohács wieder zugenommen, das man jahrzehntelang — nicht aus dem Fehler der Historiker — kaum erwähnt hat. Dieses Interesse ist begründet und gerecht. Nicht nur deshalb, als ob man damit solche Stimmen ,.des alten Ruhms", oder „der ungarischen Grossmacht" neu beleben möchte, die sich an die Traditionen der ehemaligen adeligen leitenden Schichten angeknüpft haben. Der auspruchsvollere, hoffentlich grössere Teil unserer Geschichtswissenschaf und der heimatlichen öffentlichen Meinung hält die reale Selbstkenntnis für nötig, die Vergan­genheit und die Gegenwart gleicherweise betreffend. Aber eben das erfordert auch, dass wir all das kennenlernen, das dieses Volk, dieses Land im Laufe der vergangenen Jahrhunderte geschöpft und gargestellt haben. Die ungarische Geschihte hat einen einheitlichen, zusammenhängen­den aber keinen gleichmässigen und geradlinigen Prozess gebildet — so sind wir alle die Erbfolger Stephans des Heiligen. Danach, dass sich diese Randzone Europas — mit uns und mit anderen zusammen — mit etwas Verspätung der gemeinsamen, grösseren Zivilisation angeknüpft hat, hat die Entwicklung eine Aufschliessung in einem verhältnis­massigem Tempo charakterisiert, wie zum Beispiel im 14—15. Jahrhun­dert. Im 16—17. Jahrhundert, als die Nöte auch der Kriegsvertall erholt hat, hat es Zurückweichen, Rückstäande gegeben. Unsere Ortfhistoriker wissen, die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts hat in grossem Masse der Neubeginn charakterisiert, das alles knüpft sich an das frühere Land. Das bezieht sich auch auf Esztergom, wo Stephan der Heilige geboren wurde und wo das erzbischöftliche Palais gestanden hat. Die heutige Konferenz ruft die Erinnerung an Johannes Vitéz aus verschiedenen Gesichtspunkten wach. Dieses Ungarn im 15. Jahrhundert beleuchtet ein eigenartiges Licht vor den Augen der Nachwelt. Einerseits, weil die Bautätigkeit der Generationen jetzt in einen neuen Abschnitt getreten hat, die wir der Epoche der Renaissance, der humanistischen Bildung nennen pflegen. Anderseits auch deshalb, weil sich das europäische Staatssystem da zu entfalten beginnt, das unter den Staaten neuen Typs auf der Bühne der internationalen Politik als selbständiger Faktor auch in Ungarn aufgetreten hat. bevor es der Strom vergraben hat und dessen sich entfaltende Diplomatie, zusammen mit anderen Staaten die Auf­merksamkeit besser auf Ungarn gelenkt hat. Auch damit sind wir zu den Fragen näher gekommen, auf die diese vorzügliche Konferenz Antwort suchen soll, die das Leben und Tätigkeit von Johannes Vitéz, der namenhaften Gestalt dieser Epoche untersucht. Die eine Frage ist: Wie hat Johannes Vitéz die zeitgenössische huma­nistische Bildung erworben und wie hat er sie im Laufe seiner intellek­tuellen. Kanzler-Amts-Laufbahn vertreten. Auch diese Frage teilt sich natürlich auf mehrere Abschnitte. Der eine ist der, der Anfänge, ja Vitéz hat, als Sohn einer serbochroatischen Familie, als Student in Zagreb, 164

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