Andrea Sommer-Mathis: Ergänzungsband 11. Die Tänzer am Wiener Hofe im Spiegel der Obersthofmeisteramtsakten und Hofparteienprotokolle bis 1740 (1992)
Die Tänzer am Wiener Hofe OMeA 29 unfol. und OMeA Prot. 14 fol. 24rv (1733 Januar 17, Referat mit Resolution, Nr. 23; Reilagen: präs. 1732 Oktober 12, Bittgesuch des Nicolaus Ruck; Lit. E, Gutachten des Hofmusikdirektors); OMeA Prot. 14 fol. 94rv (1733 April 21, Bescheid): Bittgesuch - gleichzeitig mit Andreas Bruno - um eine finanzielle Unterstützung von 140 Gulden im Jahr, wie sie der verstorbene Hoftänzer Franz Joseph Selliers genossen habe, in Anbetracht seiner 17jährigen Dienste und seiner unzureichenden Besoldung. Der Hofmusikdirektor meint, vom Dienstalter her sei Andreas Bruno vorzuziehen, von der „assiduität in dienen“ hingegen Nicolaus Buck, will sich aber nicht endgültig festlegen und insinuiert, ob der Kaiser nicht überhaupt diese „adjuta für einen so Besser auf dem Theatro dienen könte, auff zu behalten geruhen möchten“. Der Obersthofmeister stimmt dem Hofmusikdirektor zu, weil Nicolaus Buck noch nicht würdig sei, eine solche Sonderzahlung zu bekommen, und bei unüberlegter Vergabe üble Konsequenzen zu befürchten seien. Placet des Kaisers. Nicolaus Buck wird mit seinem Bittgesuch abgewiesen. OMeA 31 unfol. und OMeA Prot. 15 fol. 128r - 130v (1736 März 3, Referat mit Resolution, Nr. 4; Beilagen: undatiertes Bittgesuch des Nicolaus Buck; Lit. D, Gutachten des Hofmusikdirektors); OMeA Prot. 15 fol. 174v (1736 März 17, Bescheid): Bittgesuch um Gehaltserhöhung aus der nach dem Tod des ältesten Hoftänzers Franz Lang vakant gewordenen Besoldung von 600 Gulden. Der Hofmusikdirektor rät zu einer Besoldungsverbesserung von jährlich 140 Gulden „in ansehung seiner gut leistenden diensten“. Der Obersthofmeister schlägt ganz allgemein vor, nur die Hälfte, also 500 Gulden, unter den Tänzern verteilen; die restliche Summe solle an das Hofärar zurückfallen. Der Kaiser spricht Nicolaus Buck eine Besoldungszulage von 100 Gulden zu, die er rückwirkend ab 1. Januar 1736 erhält. Mit Nicolaus Buck findet sich wieder ein Beispiel für einen zunächst über viele Jahre hin unbesoldet bei Hof tätigen Tänzer, der sein Ein- und Auskommen offenbar aus anderen Geldquellen bezog. Erst nach langjährigen Diensten ohne feste Anstellung wird er als besoldeter Hoftänzer in den Hofstaat Karls VI. aufgenommen, jedoch trotz seiner eifrigen Dienste erst nach einer weiteren langen Wartezeit mit einer Zulage von 140 Gulden belohnt. Joseph (auch Joseph Carl bzw. Carl Joseph) S e 1 1 i e r (s) (Sohn des Hoftänzers Franz Joseph Selliers), Hoftänzerscholar (ab 1717), Hoftänzer (ab 1724) Theresia Selliers (Tochter des Bassisten Ranieri Borrini und Ehefrau des Joseph Selliers), Tänzerin OMeA 15 unfol. und OMeA Prot. 8 fol. 669rv (1717 Juni 1, Referat mit Resolution); OMeA Prot. 8 fol. 698v - 699r (1717 Oktober 16, Bescheid): 65