Andrea Sommer-Mathis: Ergänzungsband 11. Die Tänzer am Wiener Hofe im Spiegel der Obersthofmeisteramtsakten und Hofparteienprotokolle bis 1740 (1992)
Die Tänzer am Wiener Hofe OMeA 1 fol. 75r (1660, Bittgesuch)33): Bittgesuch um eine Pension von 200 Reichstalern (=300 Gulden) und um weitere Anweisung einer ihm vom verstorbenen Kaiser Ferdinand III. auf Lebenszeit bewilligten Summe von 100 Reichstalern, unter Verweis auf seine 28jährigen Dienste und die Tatsache, daß er vorher 200 Reichstaler als Besoldung für seine Tätigkeit als Edelknabentanzmeister erhalten habe. Resolution des Kaisers fehlt. OMeA Prot. 2 p. 17 (1666 Januar 11, Bittgesuch und Resolution): Bittgesuch um seine gesamte ehemalige Besoldung von jährlich 300 Gulden samt Anweisung eines noch ausständigen Betrages. Leopold I. resolviert, man solle Oliveri angesichts seiner langjährigen Dienste und seines hohen Alters nicht nur wie bisher die Hälfte seiner jährlichen Besoldung von 300 Gulden als Pension, sondern die gesamte Summe auf Lebenszeit auszahlen, nicht jedoch den geforderten Ausstand. OMeA 2 fol. 192rv und OMeA Prot. 2 p. 193 (1672 Mai 2, Relation mit Resolution): Bittgesuch der Tochter Victoria Oliveri um lebenslängliche Unterhaltszahlung in der Höhe von 100 Gulden aus der Pension des Vaters, unter Verweis auf dessen 38jährige Dienste und auf ihre eigene Gebrechlichkeit und Armut. Leopold I. entscheidet sich für die einmalige Anweisung von 100 Gulden. OMeA 2 fol. 206rv (1673 Juni 2, Relation mit Resolution): Weiteres Bittgesuch der Tochter Victoria in derselben Angelegenheit. Abgewiesen. Aus den Angaben Oliveris (1655 und 1660) und seiner Tochter (1672 und 1673) bezüglich seiner Dienstjahre kann gefolgert werden, daß er bereits vor 1635 am Wiener Hof tätig war, und zwar mit großer Wahrscheinlichkeit in Diensten der Kaiserin Maria; zusätzlich fungierte er ab 1635 als Edelknabentanzmeister Kaiser Ferdinands III. Damit stimmt auch die Aussage des Hofkontrollors vom 2. Juni 1673 (OMeA 2 fol. 206v) überein, daß Oliveri 1646, also im Todesjahr der Kaiserin, zwar „abge- danckht“ worden sei, aber danach bis zu seinem Tode im Jahre 1670 von Kaiser Ferdinand III. und dessen Nachfolger Leopold I. verschiedene Pensionen und Gnadengelder erhalten habe. Santo Ventura (gestorben 1675, Vater von Domenico Santo Ventura), Tänzer und Hoftanzmeister (nachweisbar in Wien ab 1626) OMeA Prot. 2 fol. 19r (1637 März 28, Bittgesuch und Resolution): Bittgesuch um Aufnahme in kaiserliche Dienste. Lakonische Bemerkung des Kaisers, er sei bereits aufgenommen. 33) Vgl. zur Datierung: Knaus Musiker 9 (dort „Fase. II“). 19