Fritz Reinöhl: Ergänzungsband 7. Geschichte der k.u.k. Kabinettskanzlei (1963)

I. Die Entwicklung der Kabinettskanzlei - 4. Die Vereinigung des Kabinetts Josephs II. mit jenem Maria Theresias und die Entwicklung der Kabinettskanzlei 1780 bis 1918 .

67 ungarischen Länder einlangenden Vorträge, sowie jener aus den Reichs­ratsländern, diese wie bisher alternierend mit Pachner, die Behandlung der ungarischen Ministerratsprotokolle, die Begutachtung der Audienzgesuche alternierend mit Pachner und dem dritten Kabinettssekretär Regierungs­rat Wilhelm Smoluchowsky und die Vorrevision der Protokollbögen mit meritorischen Gesuchen aus den Ländern der ungarischen Krone. 2. Pachner oblag die Revision der Vorträge der Ministerien, Zentral- und Hofstellen der Reichsratsländer, diese alternierend wie bisher mit Papay, die Begutachtung der Audienzgesuche alternierend mit Papay und Smoluchowsky, die Behandlung der österreichischen Ministerratsprotokolle, die Vorrevision der Protokollbögen mit meritorischen Gesuchen aus den Reichsratsländern zur Hälfte geteilt mit Smoluchowsky, die Revision der Kabinettskorrespondenzkonzepte, die Kanzleidirektionsgeschäfte in Bezug auf die Personalangelegenheiten der Beamten und Diener und die Ver­fassung des Jahresbudgets der Kabinettskanzlei. 3. Smoluchowsky besorg­te die Extrahierung der Vorträge, alternierend mit Papay und Pachner, die Begutachtung der Audienzgesuche, zur Hälfte geteilt mit Pachner, die Vorrevision der Protokollbögen mit meritorischen Gesuchen und im Falle der Abwesenheit Papays oder Pachners die Revision der Vorträge. Das 4. Referat, das der vierte Kabinettssekretär Regierungsrat Jakob Bärn- klau innehatte, umfaßte die Besorgung der Expeditionsgeschäfte, die Er­öffnung des Posteinlaufes, dessen Sichtung und die der unmittelbar bei der Kabinettskanzlei eingereichten Gesuche und deren Verteilung sowie Mithilfe bei der Extrahierung der Vorträge. Das fünfte Referat, das der fünfte Kabinettssekretär Regierungsrat Kundrat führte, beinhaltete die Führung der Kassageschäfte, die Vorrevision der Protokollbögen mit den Unterstützungsgesuchen, die Besorgung der Materialien und sonstigen Er­fordernisse der Kanzlei, sowie die damit in Verbindung stehende Ver­rechnung des Kanzleipauschales; nach Zweckmäßigkeit der Zeit hatte er auch an der Extrahierung von Vorträgen mitzuarbeiten. Die Präsidialge­schäfte, die der Kabinettskonzipist Hofsekretär Moriz Wimmer führte, be­inhalteten namentlich die Sammlung und Besorgung der Arbeitsvorlagen für den Kaiser, die Führung der Kabinettskorrespondenz, die Besorgung der unmittelbaren Aufträge des Kabinettsdirektors und die Beförderung der Telegramme141). Diese Geschäftseinteilung blieb im Wesentlichen bei im Laufe der Zeit wechselnden Trägern der Referate bis 1918 aufrecht. Es sind nur geringfügige Verschiebungen erfolgt. Unter den Kabinettssekretären standen die im Range von Hofse­kretären stehenden Kabinettskonzipisten, denen die niederen Kanzleiarbeiten oblagen: Bearbeitung der Gesuche, Extrahierung der Vorträge, Audienzvormerkung, allgemeiner Auskunftsdienst, Journal­141) „Geschäftseinteilung für die Kabinetts Sekretäre und den Präsidial­dienst“ ZI. 20 corr. 1881 in Direktionsakt ZI. 3/1884. 5*

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