Fritz Reinöhl: Ergänzungsband 7. Geschichte der k.u.k. Kabinettskanzlei (1963)
VII. Kurzbiographien der Leiter der Kabinette, der Kabinettsdirektoren und der Sektionschefs - 2. Die Sektionschefs
371 gezeichnet. Von der Beurlaubung Polzers bis zum Dienstantritt Dr. Seid- lers d. i. vom 25. November bis 1. Dezember 1917 führte Mikes die Leitung der Kabinettskanzlei in Vertretung des Beurlaubten. Am 6. Juni des nächsten Jahres wurde er nach fünfunddreißig Dienstjahren pensioniert und in Anerkennung seiner Dienstleistung in den Freiherrnstand erhoben. Bemerkt sei noch, daß eine Abhandlung Mikes „über den Eigenthumsbeweis“ 1881 von der Prager Universität mit einem Preis ausgezeichnet wurde und daß er 1901 mit kaiserlicher Genehmigung die Stelle eines Beirates der „Philosophischen Gesellschaft an der Universität Wien“ annahm und in dieser Vorträge „Erkenntnistheoretisches aus W. James Principles of Psychology“ hielt194). Dr. Johann Wieloslaw Lewicki. Lewicki wurde am 15. Februar 1869 in Przemysl in Galizien geboren, er war griechisch-katholischer Religion. Seine Sprachkenntnisse umfaßten die deutsche, polnische und ruthenische Sprache. Er erwarb an der Lemberger Universität den Doktorgrad der juridischen Fakultät und legte, nachdem er seit — 8. November 1891 Statthaltereikonzeptspraktikant — am 29. Jänner 1892 der Bezirkshauptmannschaft Lemberg zugeteilt worden war, 1894 die praktisch-politische Prüfung ab. Am 28. September 1895 zum provisorischen Statthaltereikonzipisten ernannt, wurde er am 26. Februar 1898 der gali- zischen Statthalterei zugeteilt. Hier wurde er am 28. Juli 1898 zum Statthaltereikonzipisten befördert. Seine gründliche Gesetzeskenntnis empfahl ihn für die Verwendung in der Kabinettskanzlei, in welche er als Kabinettskonzipist am 25. November 1899 einberufen wurde; am 30. November wurde er beeidet. Am 24. November 1900 wurde ihm mitgeteilt, daß er neben der dienstlichen Benennung Kabinettskonzipist auch jene als Hofkonzipist 1. Klasse zu führen habe. Am 19. September 1901 erhielt er den Charakter eines Hofsekretärs, am 15. August 1908 den Titel und Charakter eines Sektionsrates und am 18. November 1911 wurde er ob seiner vorzüglichen Qualifikation zum Sektionsrat ernannt. Am 24. Jänner 1913 zum Kabinettssekretär befördert, erhielt er am 4. November 1916 den Titel und Charakter eines Hofrates. Lewicki oblag damals die Durchsicht des Posteinlaufes, die Zuweisung der Gesuche an die Referenten und wiederholt hatte er die rangältesten Kabinettssekretäre zu vertreten. Am 18. März 1917 wurde Lewicki, dessen musterhafte Gewissenhaftigkeit, Umsicht und Vertrautheit mit allen Zweigen des Kabinettsdienstes Polzer pries, zum Hofrat ernannt. Am 30. Oktober 1918 verlieh ihm Kaiser Karl den Titel und Charakter eines Sektionschefs, mit 1. Dezember 1918 trat er in den zeitlichen Ruhestand 195). uu) Direktionsakten 1/1893, 11, 16/1901, 25/1902, 21/1903, 12/1908, 15/1910, 5/1913, 12/1915, 18, 34/1917, 13, 28/1918, Diensttabelle in Direktionsakten, Fasz. 17, Polzer-Hoditz, Kaiser Karl, S. 275. im) Direktionsakten 9/1899, 11/1901, 12/1908, 12/1911, 5/1913, 20/1916, 6/ 1917, 14, 42/1918, corr. 351/1900, Diensttabelle in Direktionsakten, Fasz. 17. 24*